Der kleine Allrounder- Bereich

In einer der wärmsten Gegenden Deutschlands sind auf sanften Hügeln Rebanlagen angepflanzt, die zur Sonne ausgerichtet sind. Hier wachsen auf 384 Hektar

Rieslinge mit einer überzeugenden Säurestruktur und fruchtige Spätburgunder. Doch auch der Müller-Thurgau, der vom Professor Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau gezüchtet wurde, hat schon lange einen Platz im Sortenspiegel.

Der jüngste Bereich Badens

Die badische Bergstraße als solche gibt es erst seit knapp 45 Jahren. Früher war die Bergstraße Teil des Rhein-Neckar-Kreises. Weinbaulich betrachtet bildete sie mit dem nun eigenständigen Qualitätsweinanbaugebiet hessische Bergstraße das Anbaugebiet Bergstraße. Durch die Änderung des Weingesetzes im Jahre 1971 ging die Hälfte der Rebfläche an den Bereich badische Bergstraße, der heute zu Baden gehört.

Eingebettet zwischen dem kristallinen Odenwald und der oberrheinischen Tiefebene verläuft der Bereich schmal von Ost nach West. Von Norden nach Süden erstreckt sich die badische Bergstraße über 40 Kilometer von dem angrenzenden Bereich Tauberfranken bis nach Wiesloch und ist eines der nördlichsten Bereiche Badens. Der Weinbau wird in Höhenlagen zwischen 120 und 250 Metern betrieben.

Spalten und Risse als Geschenk

Durch die starke Zerklüftung der Landschaft haben sich viele Steillagen gebildet. Ein Geschenk für den Winzer – da der Weinbau an steilen Hängen klimatisch begünstigt ist: Die Trauben starten früh morgens mit einer höheren Temperatur als im Tal. Mittags ist es ebenso wärmer. Für den Weinbau bedeutet dies, dass die Reben länger und auch eine intensivere Sonneneinstrahlung genießen. Bereits mit dem Beginn der Erdfrühzeit vor 350 Millionen Jahren wurde der Grundstein für das Gebiet gelegt: die damals vorherrschenden Schiefersteine und der darauf abgelagerte Granit sorgen für unverwechselbare Weintypen. Vor 75 Millionen Jahren bildete der Vulkanismus den Oberrheingraben, in dem die badische Bergstraße liegt. Das Erdzeitalter des Juras ist für die beträchtlichen Höhen, wie beispielsweise bei Schriesheim, und Tiefen verantwortlich. Damals vor rund 150 Millionen Jahren lag die höchste Erhebung bei 1000 Meter – allerdings erodierte mit der Zeit sehr viel, sodass man heute lediglich eine Aussicht von 450 Metern genießen kann. Von genau dieser Höhe betrachtet, ist die Landschaft stark zerklüftet und mit tiefen Spalten und Rissen durchzogen. Genau diese Spalten und Risse nutzen die Winzer für Steillagen, um mit der hohen Qualität bereits im Weinberg zu beginnen.

Römer – Bergstraße – Baden

Vor über 2000 Jahren stellten die Römern schon fest, dass sich der Boden, der Standort und das Klima als besonders gut für den Weinbau eignen. Urkundlich erstmals erwähnt sind Flächen und Gemeinden im Lorscher Codex aus dem achten Jahrhundert. Eine ganze Zeit später ist bekannt, dass sich das Anbaugebiet Bergstraße aus der hessischen und badischen Bergstraße zusammensetzt. Seit knapp 45 Jahren ist die badische Bergstraße nun ein eigenständiger Bereich und ergänzt Baden hervorragend mit seinem Stil von Riesling, Pinot & Co.

Boden ist nicht gleich Boden!

Klimatisch erinnert dieser Standort an die italienische „Riviera“, die ligurische Küste. Geringe Temperaturschwankungen fördern die Vegetationsbedingungen für die Rebe: durch diverse Hügel werden sie vor kalten Ostwinden geschützt. Mit durchschnittlich 1600 Sonnenstunden pro Jahr sorgt die Sonne für reife Trauben zur Erntezeit.

Auf tiefgründigem und fruchtbarem Löss, Lösslehm und Gesteinsverwitterungsboden oder Buntsandstein können sowohl fruchtige, als auch mineralische Weintypen entstehen. Durch das Neckartal und Heidelberg ist der Bereich in zwei Unterbereiche aufgeteilt, was sich besonders bei den unterschiedlichen Weinstilistiken bemerkbar macht: nördlich von Heidelberg liegt das Granit-Grundgebirge. Im Neckartal hingegen wachsen die Reben hauptsächlich auf Buntsandstein und Lössauflagen. Es wird besonders spannend, wenn man den Boden tatsächlich im Wein schmecken kann.

„Hier fängt Deutschland an Italien zu werden!“

Mit diesem Zitat bringt Kaiser Joseph bereits im Frühjahr 1764 auf seiner Durchreise nach Italien die Schönheit der Region auf den Punkt: ein blühender Garten aus Kirsch-, Pfirsich- und Mandelbäumen verleiht der Bergstraße eine Lebendigkeit, der keine Beschreibung gerecht wird und es lohnt sich, das einmal zu erleben. Hier genießt sowohl der Riesling das milde und mediterrane Klima, wie auch der Spätburgunder, der auf Muschelkalkböden zu kraftvollen, fruchtigen Weinen reift.

Eventuell interessante Sehenswürdigkeiten

Als Weinhauptstadt der badischen Bergstraße verfügt Schriesheim nicht nur über eine vielseitige und regionale Weinkarte, sondern auch über gemütliche Gasthöfe, die zum Verweilen einladen. Krumme Gassen und gewundene Stichstraßen, die von einer 1000-jährigen Geschichte erzählen, warten darauf mit einem Gläschen Riesling entdeckt zu werden.

Neben dem Wein hat die Landschaft viel Wald, genauer gesagt 1800 Hektar. Mit Proviant im Gepäck und den Wanderschuhen am Fuß ist man für eine Entdeckungstour gut gewappnet.

Der kleine Allrounder- Bereich In einer der wärmsten Gegenden Deutschlands sind auf sanften Hügeln Rebanlagen angepflanzt, die zur Sonne ausgerichtet sind. Hier wachsen auf 384 Hektar... mehr erfahren »
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Der kleine Allrounder- Bereich

In einer der wärmsten Gegenden Deutschlands sind auf sanften Hügeln Rebanlagen angepflanzt, die zur Sonne ausgerichtet sind. Hier wachsen auf 384 Hektar

Rieslinge mit einer überzeugenden Säurestruktur und fruchtige Spätburgunder. Doch auch der Müller-Thurgau, der vom Professor Müller aus dem schweizerischen Kanton Thurgau gezüchtet wurde, hat schon lange einen Platz im Sortenspiegel.

Der jüngste Bereich Badens

Die badische Bergstraße als solche gibt es erst seit knapp 45 Jahren. Früher war die Bergstraße Teil des Rhein-Neckar-Kreises. Weinbaulich betrachtet bildete sie mit dem nun eigenständigen Qualitätsweinanbaugebiet hessische Bergstraße das Anbaugebiet Bergstraße. Durch die Änderung des Weingesetzes im Jahre 1971 ging die Hälfte der Rebfläche an den Bereich badische Bergstraße, der heute zu Baden gehört.

Eingebettet zwischen dem kristallinen Odenwald und der oberrheinischen Tiefebene verläuft der Bereich schmal von Ost nach West. Von Norden nach Süden erstreckt sich die badische Bergstraße über 40 Kilometer von dem angrenzenden Bereich Tauberfranken bis nach Wiesloch und ist eines der nördlichsten Bereiche Badens. Der Weinbau wird in Höhenlagen zwischen 120 und 250 Metern betrieben.

Spalten und Risse als Geschenk

Durch die starke Zerklüftung der Landschaft haben sich viele Steillagen gebildet. Ein Geschenk für den Winzer – da der Weinbau an steilen Hängen klimatisch begünstigt ist: Die Trauben starten früh morgens mit einer höheren Temperatur als im Tal. Mittags ist es ebenso wärmer. Für den Weinbau bedeutet dies, dass die Reben länger und auch eine intensivere Sonneneinstrahlung genießen. Bereits mit dem Beginn der Erdfrühzeit vor 350 Millionen Jahren wurde der Grundstein für das Gebiet gelegt: die damals vorherrschenden Schiefersteine und der darauf abgelagerte Granit sorgen für unverwechselbare Weintypen. Vor 75 Millionen Jahren bildete der Vulkanismus den Oberrheingraben, in dem die badische Bergstraße liegt. Das Erdzeitalter des Juras ist für die beträchtlichen Höhen, wie beispielsweise bei Schriesheim, und Tiefen verantwortlich. Damals vor rund 150 Millionen Jahren lag die höchste Erhebung bei 1000 Meter – allerdings erodierte mit der Zeit sehr viel, sodass man heute lediglich eine Aussicht von 450 Metern genießen kann. Von genau dieser Höhe betrachtet, ist die Landschaft stark zerklüftet und mit tiefen Spalten und Rissen durchzogen. Genau diese Spalten und Risse nutzen die Winzer für Steillagen, um mit der hohen Qualität bereits im Weinberg zu beginnen.

Römer – Bergstraße – Baden

Vor über 2000 Jahren stellten die Römern schon fest, dass sich der Boden, der Standort und das Klima als besonders gut für den Weinbau eignen. Urkundlich erstmals erwähnt sind Flächen und Gemeinden im Lorscher Codex aus dem achten Jahrhundert. Eine ganze Zeit später ist bekannt, dass sich das Anbaugebiet Bergstraße aus der hessischen und badischen Bergstraße zusammensetzt. Seit knapp 45 Jahren ist die badische Bergstraße nun ein eigenständiger Bereich und ergänzt Baden hervorragend mit seinem Stil von Riesling, Pinot & Co.

Boden ist nicht gleich Boden!

Klimatisch erinnert dieser Standort an die italienische „Riviera“, die ligurische Küste. Geringe Temperaturschwankungen fördern die Vegetationsbedingungen für die Rebe: durch diverse Hügel werden sie vor kalten Ostwinden geschützt. Mit durchschnittlich 1600 Sonnenstunden pro Jahr sorgt die Sonne für reife Trauben zur Erntezeit.

Auf tiefgründigem und fruchtbarem Löss, Lösslehm und Gesteinsverwitterungsboden oder Buntsandstein können sowohl fruchtige, als auch mineralische Weintypen entstehen. Durch das Neckartal und Heidelberg ist der Bereich in zwei Unterbereiche aufgeteilt, was sich besonders bei den unterschiedlichen Weinstilistiken bemerkbar macht: nördlich von Heidelberg liegt das Granit-Grundgebirge. Im Neckartal hingegen wachsen die Reben hauptsächlich auf Buntsandstein und Lössauflagen. Es wird besonders spannend, wenn man den Boden tatsächlich im Wein schmecken kann.

„Hier fängt Deutschland an Italien zu werden!“

Mit diesem Zitat bringt Kaiser Joseph bereits im Frühjahr 1764 auf seiner Durchreise nach Italien die Schönheit der Region auf den Punkt: ein blühender Garten aus Kirsch-, Pfirsich- und Mandelbäumen verleiht der Bergstraße eine Lebendigkeit, der keine Beschreibung gerecht wird und es lohnt sich, das einmal zu erleben. Hier genießt sowohl der Riesling das milde und mediterrane Klima, wie auch der Spätburgunder, der auf Muschelkalkböden zu kraftvollen, fruchtigen Weinen reift.

Eventuell interessante Sehenswürdigkeiten

Als Weinhauptstadt der badischen Bergstraße verfügt Schriesheim nicht nur über eine vielseitige und regionale Weinkarte, sondern auch über gemütliche Gasthöfe, die zum Verweilen einladen. Krumme Gassen und gewundene Stichstraßen, die von einer 1000-jährigen Geschichte erzählen, warten darauf mit einem Gläschen Riesling entdeckt zu werden.

Neben dem Wein hat die Landschaft viel Wald, genauer gesagt 1800 Hektar. Mit Proviant im Gepäck und den Wanderschuhen am Fuß ist man für eine Entdeckungstour gut gewappnet.