Trend Richtung Weißburgunder

Bernkastel, auch unter dem Synonym Mittelmosel bekannt, beginnt bei Briedel und verläuft bis nach Trier. Das Gebiet liegt im Zentrum des Anbaugebietes und ist mit 5.716 Hektar die größte Teilregion der Mosel. Knapp zwei Drittel der Rebfläche ist mit Riesling bestockt, gefolgt von Müller-Thurgau und Kerner. Weißburgunder wird bereits sehr lange angebaut. Aufgrund der steigenden Beliebtheit der weißen Burgundersorten wächst besonders diese Rebfläche in den letzten Jahren an. Im roten Bereich dominiert der blaue Spätburgunder vor dem Dornfelder.

Fruchtige Typen

Hier an der Mittelmosel werden die Rieslinge fruchtiger als an der Saar oder Ruwer. Bekannte Weinstädte wie die Weinhandelsstadt Traben-Trarbach oder Bernkastel-Kues überzeugen mit ihren Weingütern und deren edlen Tropfen. Die Einzellage „Bernkasteler Doctor“ ist eine der teuersten und wichtigsten Weinberge von ganz Deutschland.

Fokus auf Weinbau bereits seit 2.000 Jahren

Zahlreiche Kelteranlagen entlang der Mosel bezeugen die Weinherstellung bereits zu Römerzeiten – schließlich mussten die vielen Adligen und mutigen Krieger in Trier mit dem Trank der Götter ausreichend versorgt werden! Steillagen, die im Vergleich zu Hanglagen klimatisch begünstigt sind sowie die Mosel als Haupthandelsweg waren ausschlaggebend für den Weinbau im großen Stil vor rund 2.000 Jahren. Die Holzfässer, in denen die Weine gelagert wurden, kamen mit Schiffen in die römische Hauptstadt. In Erden an der Mosel steht heute eine Rekonstruktion einer Kelteranlage, wie es zu Zeiten Caesars üblich war.

Im 20. Jahrhundert sorgte die damalige Weinhandelsstadt Traben-Trarbach für Aufsehen: neben der französischen Region Bordeaux war sie die zweitwichtigste Handelsstadt der Welt. Mit der Mosel als Haupthandelsweg gelangten vor allem Rieslinge in alle Ecken Deutschlands und sogar bis nach Russland. Den dadurch erlangten Reichtum sieht man heute noch bei einem Besuch des Städtchens: in dieser Zeit entstanden pompöse Villen im Jugendstil wie die Villa Huesgen und viele Kellerhallen.

Moselschleifen hier, da, dort und überall…

Nirgendwo sonst bildet das Flussbett der Mosel so viele Schleifen wie hier – man könnte meinen, dass sie sich in der Wahl ihrer Fließrichtung nicht einig war. An beinahe 100 Flusskilometern betreiben die Moselwinzer an Steil- und Steilstlagen Weinbau, was das Landschaftsbild außerordentlich beeinflusst. So, wie sich der Fluss sein Bett durch die rheinische Schieferebene gegraben hat, ist es weder verwunderlich noch überraschend, dass die Region mit der ehemaligen römischen Hauptstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, oder? Denkmäler aus der Römerzeit, dem Mittelalter oder dem Barock prägen Trier bis heute.

Alles für eine super Reife!

Die jährlich 1.400 Sonnenstunden werden in den Tälern der Mittelmosel eingefangen. Ein Teil davon wird für das Wachstum gebraucht, doch das meiste für die Photosynthese und die darauffolgende Zuckereinlagerung. Der Zuckergehalt ist neben dem Säuregehalt oder der Gesundheit der Trauben ein Indikator für den Winzer, wann der richtige Lesezeitpunkt im Spätjahr bevorsteht. Besonders die Schieferverwitterungsböden dienen als Wärmespeicher und begünstigen das Mikroklima des jeweiligen Weinbergs. Unter Mikroklima versteht man das Klima, welches sich innerhalb einer Weinbergfläche aufbaut – dabei spielen Einflussfaktoren wie vorherrschende Hangneigung, die „Hitzestauung“, Niederschlag und Wasserhaltevermögen des Bodens eine wesentliche Rolle. An der Mittelmosel regnet es meistens genug, sodass die Reben ausreichend mit Wasser versorgt werden. An der Mittelmosel stehen die Weinberge hauptsächlich auf kalkfreien Böden und dunklem Devonschiefer. Einzigartig in diesem Bereich ist der Rotliegend in der etwas vom Hauptfluss abgelegenen Wittlicher Senke bei Ürzig. Der Boden aus Sandstein und Schieferboden ist durch Magmaflüsse vulkanischen Ursprungs entstanden.

Kunst in Bernkastel-Kues

Das Zentrum der Weinkultur der Mittelmosel und gleichzeitig touristisches Zentrum ist Bernkastel-Kues. Beim Schlendern durch die schmalen Gassen reihen sich Fachwerkhäuser aneinander, darunter die Spitzhäuschen als herausragende architektonische Kunstwerke aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Burgruine Landshut sieht man bei guten Wetter weit in die Mosellandschaft und kann sich einmal mehr von der Natur verzaubern lassen. Die Geschichte des Moselweins wird in einem der modernsten Multimedia-Museen Deutschlands, im Moselweinmuseum in Bernkastel, dem Besucher kurzweilig nähergebracht.

Als Wanderziel eignen sich die römischen Villen in Longuich und Mehring. Letzterer ist nebenbei der älteste Weinort Deutschlands.

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Trend Richtung Weißburgunder

Bernkastel, auch unter dem Synonym Mittelmosel bekannt, beginnt bei Briedel und verläuft bis nach Trier. Das Gebiet liegt im Zentrum des Anbaugebietes und ist mit 5.716 Hektar die größte Teilregion der Mosel. Knapp zwei Drittel der Rebfläche ist mit Riesling bestockt, gefolgt von Müller-Thurgau und Kerner. Weißburgunder wird bereits sehr lange angebaut. Aufgrund der steigenden Beliebtheit der weißen Burgundersorten wächst besonders diese Rebfläche in den letzten Jahren an. Im roten Bereich dominiert der blaue Spätburgunder vor dem Dornfelder.

Fruchtige Typen

Hier an der Mittelmosel werden die Rieslinge fruchtiger als an der Saar oder Ruwer. Bekannte Weinstädte wie die Weinhandelsstadt Traben-Trarbach oder Bernkastel-Kues überzeugen mit ihren Weingütern und deren edlen Tropfen. Die Einzellage „Bernkasteler Doctor“ ist eine der teuersten und wichtigsten Weinberge von ganz Deutschland.

Fokus auf Weinbau bereits seit 2.000 Jahren

Zahlreiche Kelteranlagen entlang der Mosel bezeugen die Weinherstellung bereits zu Römerzeiten – schließlich mussten die vielen Adligen und mutigen Krieger in Trier mit dem Trank der Götter ausreichend versorgt werden! Steillagen, die im Vergleich zu Hanglagen klimatisch begünstigt sind sowie die Mosel als Haupthandelsweg waren ausschlaggebend für den Weinbau im großen Stil vor rund 2.000 Jahren. Die Holzfässer, in denen die Weine gelagert wurden, kamen mit Schiffen in die römische Hauptstadt. In Erden an der Mosel steht heute eine Rekonstruktion einer Kelteranlage, wie es zu Zeiten Caesars üblich war.

Im 20. Jahrhundert sorgte die damalige Weinhandelsstadt Traben-Trarbach für Aufsehen: neben der französischen Region Bordeaux war sie die zweitwichtigste Handelsstadt der Welt. Mit der Mosel als Haupthandelsweg gelangten vor allem Rieslinge in alle Ecken Deutschlands und sogar bis nach Russland. Den dadurch erlangten Reichtum sieht man heute noch bei einem Besuch des Städtchens: in dieser Zeit entstanden pompöse Villen im Jugendstil wie die Villa Huesgen und viele Kellerhallen.

Moselschleifen hier, da, dort und überall…

Nirgendwo sonst bildet das Flussbett der Mosel so viele Schleifen wie hier – man könnte meinen, dass sie sich in der Wahl ihrer Fließrichtung nicht einig war. An beinahe 100 Flusskilometern betreiben die Moselwinzer an Steil- und Steilstlagen Weinbau, was das Landschaftsbild außerordentlich beeinflusst. So, wie sich der Fluss sein Bett durch die rheinische Schieferebene gegraben hat, ist es weder verwunderlich noch überraschend, dass die Region mit der ehemaligen römischen Hauptstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, oder? Denkmäler aus der Römerzeit, dem Mittelalter oder dem Barock prägen Trier bis heute.

Alles für eine super Reife!

Die jährlich 1.400 Sonnenstunden werden in den Tälern der Mittelmosel eingefangen. Ein Teil davon wird für das Wachstum gebraucht, doch das meiste für die Photosynthese und die darauffolgende Zuckereinlagerung. Der Zuckergehalt ist neben dem Säuregehalt oder der Gesundheit der Trauben ein Indikator für den Winzer, wann der richtige Lesezeitpunkt im Spätjahr bevorsteht. Besonders die Schieferverwitterungsböden dienen als Wärmespeicher und begünstigen das Mikroklima des jeweiligen Weinbergs. Unter Mikroklima versteht man das Klima, welches sich innerhalb einer Weinbergfläche aufbaut – dabei spielen Einflussfaktoren wie vorherrschende Hangneigung, die „Hitzestauung“, Niederschlag und Wasserhaltevermögen des Bodens eine wesentliche Rolle. An der Mittelmosel regnet es meistens genug, sodass die Reben ausreichend mit Wasser versorgt werden. An der Mittelmosel stehen die Weinberge hauptsächlich auf kalkfreien Böden und dunklem Devonschiefer. Einzigartig in diesem Bereich ist der Rotliegend in der etwas vom Hauptfluss abgelegenen Wittlicher Senke bei Ürzig. Der Boden aus Sandstein und Schieferboden ist durch Magmaflüsse vulkanischen Ursprungs entstanden.

Kunst in Bernkastel-Kues

Das Zentrum der Weinkultur der Mittelmosel und gleichzeitig touristisches Zentrum ist Bernkastel-Kues. Beim Schlendern durch die schmalen Gassen reihen sich Fachwerkhäuser aneinander, darunter die Spitzhäuschen als herausragende architektonische Kunstwerke aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Burgruine Landshut sieht man bei guten Wetter weit in die Mosellandschaft und kann sich einmal mehr von der Natur verzaubern lassen. Die Geschichte des Moselweins wird in einem der modernsten Multimedia-Museen Deutschlands, im Moselweinmuseum in Bernkastel, dem Besucher kurzweilig nähergebracht.

Als Wanderziel eignen sich die römischen Villen in Longuich und Mehring. Letzterer ist nebenbei der älteste Weinort Deutschlands.