Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken

Dieses Anbaugebiet ist sehr vielseitig! Als einziges Qualitätsweinanbaugebiet in ganz Bayern ist Franken eines ganz sicher nicht: langweilig! Aufgeteilt in vier verschiedene Bereiche versprüht jede Region ihren eigenen Charme – oder besser gesagt eigenen Stil. Denn Wein ist nicht gleich Wein und wenn er wie hier auf verschiedenen Böden wächst schon zweimal nicht. Auch wenn es viele Unterschiede zwischen Maindreieck, Mainviereck, Spessart und Steigerwald gibt, vereint sie doch alle eins: das Streben nach Qualität im Glas und der Stolz auf den Bocksbeutel.

Die Qualitätspyramide – ein „Frankending“

Rund 7.000 fränkische Winzer bewirtschaften mit großer Leidenschaft 6.100 Hektar auf 23 Groß- und 216 Einzellagen. Was für den Burgund die Pinots oder für Neuseeland der Sauvignon Blanc ist, ist im Frankenland der Silvaner. Diese Rebsorte ist eine Kreuzung, also eine Züchtung von Rebsorten, aus Traminer und Österreichisch Weiß. Traminer ist eine der ältesten Rebsorten überhaupt. Kein Wunder also, dass der Silvaner auch unter dem Synonym „Österreicher“ bekannt ist – bei der Herkunft! Doch das war sehr lange nicht klar: es kursierten Gerüchte, dass die Rebsorte nach einer römischen Kaiserstochter oder gar nach dem Weingott „Silvanus“ zu ihrem Namen kam.

Um die verschiedenen Facetten sowie Ausbau- und Anbauarten des Silvaners gerecht zu werden, gibt es speziell für diese Rebsorte eine fränkische Qualitätspyramide. Am Grund stehen die „neuen Franken“ – also unkomplizierte, frische und fruchtige Weine, die einfach Spaß machen! Darauf bauen die Weine der Kategorie „klassisches Franken“ auf, bei denen man Franken richtig kennen lernt. Bereits in der Nase erkennt man die deutliche Lagen- und Rebsortenvielfalt des Silvaners. Wenn man nun die Klassiker mit einem passenden Essen kombiniert, steht der Liebe zu dieser Region nichts mehr im Wege. Die „großen Franken“ überzeugen mit weißen, reifen Früchten, wobei das Terroir im Glas nicht zu kurz kommt. Schließlich hat der Winzer bereits an die Böden, das Klima und den Standort seiner Rebe hohe Ansprüche, damit der Wein sich zum Lagern eignet. Mit den „noblen Franken“ sind edelsüße Spitzenweine aus den besten Lagen Franken gemeint, die vielversprechend nach Honig und Dörrobst riechen.

Insgesamt ist die Region mit 80% Weißwein bestockt. Müller-Thurgau ist rebflächenmäßig die Nummer 1, dicht gefolgt vom Silvaner und Bacchus. Derzeit erlebt sie in Franken eine Rennaissance dank der Jungwinzer, die das Potential der Rebsorte wieder in den Vordergrund rücken möchten.

Sonnenverwöhnte Trauben entlang des Mains

Das Qualitätsweinanbaugebiet Franken liegt zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt. Es wird von der Rhön im Norden, dem Steigerwald im Osten, dem Taubertal im Süden und dem Spessart im Westen eingegrenzt. Die Region ist in vier Regionen entlang des Mains und der Tauber aufgeteilt: in das Mainviereck, Maindreieck, Steigerwald und Taubertal. Einfacher gesagt: entlang der südlich exponierten Talhängen des Mains und denen seiner Nebenflüsse bieten sich exzellente Bedingungen für den Anbau von qualitativ hochwertigen Tropfen – wie beispielsweise der Würzburger Stein. Die Weine, die hier reifen, hatten schon Goethe das ein oder andere Gedicht aus den Fingern gelockt. Wir haben von dieser Lage einen Riesling vom VDP Weingut Bürgerspital in unserem Sortiment.

Facettenreiche Großstädte und Winzerörtchen

Das unangefochtene Zentrum dieses Anbaugebietes ist die Barock- und Festspielstadt Würzburg. Inmitten der Stadt thront die mittelalterliche Festung Marienberg umgeben von Weinbergen. Miltenberg, Iphofen oder Volkach sind vor allem wegen ihres mittelalterlichen Charmes, der gepflasterten Gassen und der romantischen Innenhöfe Anziehungspunkte – und nicht zuletzt wegen den ansässigen, namhaften Weingütern.

Blickt man über die Weinlandschaft Frankens, so geht von Ihr etwas ruhiges und idyllisches aus. Bei genauerem Hinsehen ist es vielleicht der Silvaner in Kombination mit kleinen Wein- und Hoffesten, die den fränkischen Charme versprühen. Im Steigerwald prägen die vielen Fachwerkhäuser das Bild rund um den Weinbau. Die Vinotheken und modernen architektonischen Weingüter sind dazu das passende Pendant.

Höhen und Tiefen

Die ersten Rebstöcke wurden im 8. Jahrhundert angepflanzt. Knappe 400 Jahre später war Franken das größte deutsche Weinanbaugebiet mit rund 40.000 Hektar. Im 30-Jährigen Krieg wurde die Sorge nach Verpflegung und Überleben wichtiger als die Produktion von edlen Tropfen, weshalb der Weinbau in den Hintergrund rückte. Allgemein waren die Mönche oft Auslöser für den Weinanbau im Mainviereck & Co. Aufgrund der fortschreitenden Säkularisation ging der Weinbau immer mehr zurück: es fehlte schlichtweg an Winzern. 1901 erreichte die Reblaus Franken. Das ist ein bedeutender Schädling im Weinbau, der an den Rebwurzeln saugt, die essentiellen Leitbahnen zerstört und schließlich für großes Absterben ganzer Weinberge sorgte. Viele Winzer waren mit der Situation überfordert und gaben daraufhin den Weinbau zu Teilen oder ganz auf. Als eine Lösung für die Bekämpfung der Reblaus gefunden wurde, blühte auch wieder der Weinbau auf. Seit den 40er Jahren hat sich Franken zu der Weinlandschaft entwickelt, wie sie heute bekannt ist.

Eine breite Bodenvielfalt

Die Bodenentstehung, die sich über 350 Millionen Jahre erstreckt, hat sich der Silvaner seit Beginn des Weinanbaus mit der Geologie und den Böden angefreundet: in diesem Fall sind es Muschelkalk und Keuperböden. Besonders das lang andauernde Zeitalter des Trias hat die Bodenbeschaffenheit geprägt. Im Mainviereck, Unterfranken und dem Spessart dominieren Verwitterungsböden des Urgesteins und Bundsantstein. Im Maindreieck bei Wertheim und Miltenberg reifen die Trauben auf Lehm-, Löss- und Muschelkalkanteile. Die Steigerwälder Winzer pflanzen ihre Rebstöcke auf Keuperböden an, die hier viele Mineralstoffe aufnehmen können. Die südexponierten Steillagen bringen feinfruchtige und elegante Frankenweine hervor.

Die trockenen und warmen Sommer in Kombination mit kalten Wintern ist typisch für kontinentale Klimaverhältnisse.

Wein + Qualität + Bocksbeutel = Franken.

Ja, diese Gleichung vereint sehr gut, was Franken auszeichnet und einzigartig macht. Doch was ist der Bocksbeutel? Auf der Frankenweinseite wird von „[…] einer eleganten henkellosen Fortentwicklung des aus der Antike überkommenden plattgedrückten Kugelgefäßes mit flachen Stehboden und kurzen Röhrenhals […]“ gesprochen. Mit anderen Worten: der Bocksbeutel stammt von einem der ältesten Trinkgefäßformen ab, nämlich aus dem Jahre 1.400 vor Christus. Sein Fundort ist das fränkische Wenigumstadt. Die Römer nutzten das Trinkgefäß aus Glas und Ton und formten sie zu einer Pilgerflasche um, die den Wanderern auf ihren Reisen das den Durst stillen sollte. Im Mittelalter, der Rennaissance, ja sogar über Europa hinaus bis in den Orient nutzte man das praktische Trinkgefäß. Im 15. Jahrhundert verdrängte die Bouteille die über 1.500 Jahre beinahe unveränderte Pilgerflasche und dominiert seitdem die Weinflaschenform. Da die Franken auf den Fundort in ihrer Region stolz sind und diesen auch wertschätzen, wird der fränkische Wein zu großen Teilen im Bocksbeutel abgefüllt. Diesem wurde 2016 jüngst ein modernes, neues Design verpasst, um den Bocksbeutel als Alleinstellungsmerkmal Frankens noch mehr auf dem Weinmarkt zu etablieren.

Die fränkische Gastfreundschaft in Heckenwirtschaften entdecken

Der Verlauf der Weinlandschaft lässt sich auf dem Main-Radweg wunderbar nachvollziehen. Zahlreiche saisonale Heckenwirtschaften laden bei lauen Sommertagen zum Rasten und Verweilen ein. In manchen Weingütern ist die Mithilfe bei der Weinlese auf Anfrage möglich. Was gibt es schöneres, als abends mit einem Gläschen Federweißer belohnt zu werden?

Oft sprechen die Weingüter von ihrer unterirdischen Stadt, mit der sie die Kellerhallen zum Weinausbau meinen. Doch der staatliche Hofkeller in Würzburg ist wohl mit 4.550 m2 einer der Größten überhaupt. Zum ersten Mal wurde er in einer Schenkungsurkunde im Jahre 1128 erwähnt - somit gehört er zum ältesten urkundlich belegten Weingut Deutschlands. Über ihm thront „das außergewöhnlichste aller Barockschlösser“, wie die Franken selbst sagen und Grund dazu haben: es wurde als Weltkulturerbe anerkannt. Heute gehört das Gebäude zum „staatlichen Hofkeller Würzburg“ und verfügt seit 2004 über einen Geschichtstunnel mit einer Verkostungslounge und Schauvitrinen.

Probieren Sie Silvaner, Scheurebe und Weißburgunder & Co!

Auf der Weinlage Eschendorfer Lump wachsen Silvaner, Bacchus und Kerner des Weinguts Schwane, die wir in unserem Sortiment führen. Am Sommeracher Katzenberg reifen Silvaner vom Weingut K. Henke heran, der in unserer Liste nicht fehlen dürfen. Am Iphofer Kalb bewirtschaftet das Weingut Wirsching Scheurebeanlagen, die seit 14 Generationen im Besitz der gleichnamigen Familie sind. Wir freuen uns mit Ihnen, dass sie 2016 mit dem fränkischen Staatsehrenpreis als eines der führenden Silvanerweingüter ausgezeichnet worden sind! Wenn Sie einmal einen fränkischen Weißburgunder aus dem Barrique- Fass verkosten wollen, empfehlen wir Ihnen den vom Bürgstädter Centgrafenberg des Weinguts R. Fürst. Auf dieser Lage werden stolze 11 Hektar vom Weingut bewirtschaftet. Die Reben profitieren hier vom Kleinklima des Talkessels von Mittenberg, der neben Spessart und Odenwald liegt.

Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken Dieses Anbaugebiet ist sehr vielseitig! Als einziges Qualitätsweinanbaugebiet in ganz Bayern ist Franken eines ganz sicher nicht: langweilig!... mehr erfahren »
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Fühlen, Sehen, Riechen und Schmecken

Dieses Anbaugebiet ist sehr vielseitig! Als einziges Qualitätsweinanbaugebiet in ganz Bayern ist Franken eines ganz sicher nicht: langweilig! Aufgeteilt in vier verschiedene Bereiche versprüht jede Region ihren eigenen Charme – oder besser gesagt eigenen Stil. Denn Wein ist nicht gleich Wein und wenn er wie hier auf verschiedenen Böden wächst schon zweimal nicht. Auch wenn es viele Unterschiede zwischen Maindreieck, Mainviereck, Spessart und Steigerwald gibt, vereint sie doch alle eins: das Streben nach Qualität im Glas und der Stolz auf den Bocksbeutel.

Die Qualitätspyramide – ein „Frankending“

Rund 7.000 fränkische Winzer bewirtschaften mit großer Leidenschaft 6.100 Hektar auf 23 Groß- und 216 Einzellagen. Was für den Burgund die Pinots oder für Neuseeland der Sauvignon Blanc ist, ist im Frankenland der Silvaner. Diese Rebsorte ist eine Kreuzung, also eine Züchtung von Rebsorten, aus Traminer und Österreichisch Weiß. Traminer ist eine der ältesten Rebsorten überhaupt. Kein Wunder also, dass der Silvaner auch unter dem Synonym „Österreicher“ bekannt ist – bei der Herkunft! Doch das war sehr lange nicht klar: es kursierten Gerüchte, dass die Rebsorte nach einer römischen Kaiserstochter oder gar nach dem Weingott „Silvanus“ zu ihrem Namen kam.

Um die verschiedenen Facetten sowie Ausbau- und Anbauarten des Silvaners gerecht zu werden, gibt es speziell für diese Rebsorte eine fränkische Qualitätspyramide. Am Grund stehen die „neuen Franken“ – also unkomplizierte, frische und fruchtige Weine, die einfach Spaß machen! Darauf bauen die Weine der Kategorie „klassisches Franken“ auf, bei denen man Franken richtig kennen lernt. Bereits in der Nase erkennt man die deutliche Lagen- und Rebsortenvielfalt des Silvaners. Wenn man nun die Klassiker mit einem passenden Essen kombiniert, steht der Liebe zu dieser Region nichts mehr im Wege. Die „großen Franken“ überzeugen mit weißen, reifen Früchten, wobei das Terroir im Glas nicht zu kurz kommt. Schließlich hat der Winzer bereits an die Böden, das Klima und den Standort seiner Rebe hohe Ansprüche, damit der Wein sich zum Lagern eignet. Mit den „noblen Franken“ sind edelsüße Spitzenweine aus den besten Lagen Franken gemeint, die vielversprechend nach Honig und Dörrobst riechen.

Insgesamt ist die Region mit 80% Weißwein bestockt. Müller-Thurgau ist rebflächenmäßig die Nummer 1, dicht gefolgt vom Silvaner und Bacchus. Derzeit erlebt sie in Franken eine Rennaissance dank der Jungwinzer, die das Potential der Rebsorte wieder in den Vordergrund rücken möchten.

Sonnenverwöhnte Trauben entlang des Mains

Das Qualitätsweinanbaugebiet Franken liegt zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt. Es wird von der Rhön im Norden, dem Steigerwald im Osten, dem Taubertal im Süden und dem Spessart im Westen eingegrenzt. Die Region ist in vier Regionen entlang des Mains und der Tauber aufgeteilt: in das Mainviereck, Maindreieck, Steigerwald und Taubertal. Einfacher gesagt: entlang der südlich exponierten Talhängen des Mains und denen seiner Nebenflüsse bieten sich exzellente Bedingungen für den Anbau von qualitativ hochwertigen Tropfen – wie beispielsweise der Würzburger Stein. Die Weine, die hier reifen, hatten schon Goethe das ein oder andere Gedicht aus den Fingern gelockt. Wir haben von dieser Lage einen Riesling vom VDP Weingut Bürgerspital in unserem Sortiment.

Facettenreiche Großstädte und Winzerörtchen

Das unangefochtene Zentrum dieses Anbaugebietes ist die Barock- und Festspielstadt Würzburg. Inmitten der Stadt thront die mittelalterliche Festung Marienberg umgeben von Weinbergen. Miltenberg, Iphofen oder Volkach sind vor allem wegen ihres mittelalterlichen Charmes, der gepflasterten Gassen und der romantischen Innenhöfe Anziehungspunkte – und nicht zuletzt wegen den ansässigen, namhaften Weingütern.

Blickt man über die Weinlandschaft Frankens, so geht von Ihr etwas ruhiges und idyllisches aus. Bei genauerem Hinsehen ist es vielleicht der Silvaner in Kombination mit kleinen Wein- und Hoffesten, die den fränkischen Charme versprühen. Im Steigerwald prägen die vielen Fachwerkhäuser das Bild rund um den Weinbau. Die Vinotheken und modernen architektonischen Weingüter sind dazu das passende Pendant.

Höhen und Tiefen

Die ersten Rebstöcke wurden im 8. Jahrhundert angepflanzt. Knappe 400 Jahre später war Franken das größte deutsche Weinanbaugebiet mit rund 40.000 Hektar. Im 30-Jährigen Krieg wurde die Sorge nach Verpflegung und Überleben wichtiger als die Produktion von edlen Tropfen, weshalb der Weinbau in den Hintergrund rückte. Allgemein waren die Mönche oft Auslöser für den Weinanbau im Mainviereck & Co. Aufgrund der fortschreitenden Säkularisation ging der Weinbau immer mehr zurück: es fehlte schlichtweg an Winzern. 1901 erreichte die Reblaus Franken. Das ist ein bedeutender Schädling im Weinbau, der an den Rebwurzeln saugt, die essentiellen Leitbahnen zerstört und schließlich für großes Absterben ganzer Weinberge sorgte. Viele Winzer waren mit der Situation überfordert und gaben daraufhin den Weinbau zu Teilen oder ganz auf. Als eine Lösung für die Bekämpfung der Reblaus gefunden wurde, blühte auch wieder der Weinbau auf. Seit den 40er Jahren hat sich Franken zu der Weinlandschaft entwickelt, wie sie heute bekannt ist.

Eine breite Bodenvielfalt

Die Bodenentstehung, die sich über 350 Millionen Jahre erstreckt, hat sich der Silvaner seit Beginn des Weinanbaus mit der Geologie und den Böden angefreundet: in diesem Fall sind es Muschelkalk und Keuperböden. Besonders das lang andauernde Zeitalter des Trias hat die Bodenbeschaffenheit geprägt. Im Mainviereck, Unterfranken und dem Spessart dominieren Verwitterungsböden des Urgesteins und Bundsantstein. Im Maindreieck bei Wertheim und Miltenberg reifen die Trauben auf Lehm-, Löss- und Muschelkalkanteile. Die Steigerwälder Winzer pflanzen ihre Rebstöcke auf Keuperböden an, die hier viele Mineralstoffe aufnehmen können. Die südexponierten Steillagen bringen feinfruchtige und elegante Frankenweine hervor.

Die trockenen und warmen Sommer in Kombination mit kalten Wintern ist typisch für kontinentale Klimaverhältnisse.

Wein + Qualität + Bocksbeutel = Franken.

Ja, diese Gleichung vereint sehr gut, was Franken auszeichnet und einzigartig macht. Doch was ist der Bocksbeutel? Auf der Frankenweinseite wird von „[…] einer eleganten henkellosen Fortentwicklung des aus der Antike überkommenden plattgedrückten Kugelgefäßes mit flachen Stehboden und kurzen Röhrenhals […]“ gesprochen. Mit anderen Worten: der Bocksbeutel stammt von einem der ältesten Trinkgefäßformen ab, nämlich aus dem Jahre 1.400 vor Christus. Sein Fundort ist das fränkische Wenigumstadt. Die Römer nutzten das Trinkgefäß aus Glas und Ton und formten sie zu einer Pilgerflasche um, die den Wanderern auf ihren Reisen das den Durst stillen sollte. Im Mittelalter, der Rennaissance, ja sogar über Europa hinaus bis in den Orient nutzte man das praktische Trinkgefäß. Im 15. Jahrhundert verdrängte die Bouteille die über 1.500 Jahre beinahe unveränderte Pilgerflasche und dominiert seitdem die Weinflaschenform. Da die Franken auf den Fundort in ihrer Region stolz sind und diesen auch wertschätzen, wird der fränkische Wein zu großen Teilen im Bocksbeutel abgefüllt. Diesem wurde 2016 jüngst ein modernes, neues Design verpasst, um den Bocksbeutel als Alleinstellungsmerkmal Frankens noch mehr auf dem Weinmarkt zu etablieren.

Die fränkische Gastfreundschaft in Heckenwirtschaften entdecken

Der Verlauf der Weinlandschaft lässt sich auf dem Main-Radweg wunderbar nachvollziehen. Zahlreiche saisonale Heckenwirtschaften laden bei lauen Sommertagen zum Rasten und Verweilen ein. In manchen Weingütern ist die Mithilfe bei der Weinlese auf Anfrage möglich. Was gibt es schöneres, als abends mit einem Gläschen Federweißer belohnt zu werden?

Oft sprechen die Weingüter von ihrer unterirdischen Stadt, mit der sie die Kellerhallen zum Weinausbau meinen. Doch der staatliche Hofkeller in Würzburg ist wohl mit 4.550 m2 einer der Größten überhaupt. Zum ersten Mal wurde er in einer Schenkungsurkunde im Jahre 1128 erwähnt - somit gehört er zum ältesten urkundlich belegten Weingut Deutschlands. Über ihm thront „das außergewöhnlichste aller Barockschlösser“, wie die Franken selbst sagen und Grund dazu haben: es wurde als Weltkulturerbe anerkannt. Heute gehört das Gebäude zum „staatlichen Hofkeller Würzburg“ und verfügt seit 2004 über einen Geschichtstunnel mit einer Verkostungslounge und Schauvitrinen.

Probieren Sie Silvaner, Scheurebe und Weißburgunder & Co!

Auf der Weinlage Eschendorfer Lump wachsen Silvaner, Bacchus und Kerner des Weinguts Schwane, die wir in unserem Sortiment führen. Am Sommeracher Katzenberg reifen Silvaner vom Weingut K. Henke heran, der in unserer Liste nicht fehlen dürfen. Am Iphofer Kalb bewirtschaftet das Weingut Wirsching Scheurebeanlagen, die seit 14 Generationen im Besitz der gleichnamigen Familie sind. Wir freuen uns mit Ihnen, dass sie 2016 mit dem fränkischen Staatsehrenpreis als eines der führenden Silvanerweingüter ausgezeichnet worden sind! Wenn Sie einmal einen fränkischen Weißburgunder aus dem Barrique- Fass verkosten wollen, empfehlen wir Ihnen den vom Bürgstädter Centgrafenberg des Weinguts R. Fürst. Auf dieser Lage werden stolze 11 Hektar vom Weingut bewirtschaftet. Die Reben profitieren hier vom Kleinklima des Talkessels von Mittenberg, der neben Spessart und Odenwald liegt.