„Klein aber Oho“ – Deutschlands kleinstes Weinbaugebiet

Das kleinste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands trifft es mit „Klein, aber Oho!“ auf den Punkt. Ob man in Bensheim auf dem historischen Marktplatz die Fachwerkhäuser mit einem Glas Riesling betrachtet oder vom Alsbacher Schloss die facettenreiche Landschaft genießt: Der historische Weinbau der Region lässt Weinkenner sowie Interessierte, die den Wein entdecken wollen, auf ihre Kosten kommen. Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Wo ist das?

Die Region erstreckt sich von Darmstadt bis nach Heppenheim am östlichen Rand der oberrheinischen Tiefebene bis hin zum Fuß des Odenwalds. Wichtig für den Weinanbau sind die Gemeinden Zwingenberg, Heppenheim, Alsbach oder Bensheim.

Die 441,5 Hektar erstrecken sich über zwei Bereiche: Starkenburg und Umstadt. Im Bereich Starkenburg liegt die Stadt Bensheim mit 150 ha Rebfläche und fünf Einzellagen: der Bensheimer Kirchberg, auf dem hauptsächlich die Flaggschiffsorte Riesling angepflanzt wird, gefolgt von der Bensheimer Kalkgasse. Hier wachsen die Rebstöcke, wie es bereits der Name ahnen lässt, auf kalkhaltigen Böden. Der Schönberger Herrnwingert war früher im Besitz einer Adelsfamilie. In Bensheim bildet der Hemsberg und bensheimer Paulus gemeinsam die Großlage Bensheimer Wolfsmagen.

Heppenheim verfügt zusammen mit Hambach und Erbach über beinahe die Hälfte der gesamten Gebietsrebfläche: 230 ha. In der Großlage Heppenheimer Schlossberg liegt die Einzellage Heppenheimer Stemmler, wo vorzugsweise trockene Weine, besonders Riesling, angebaut werden.

Hier weht (k)ein besonderer Wind

Die hessische Bergstraße eignet sich hervorragend für den Weinbau. Das stellen die aus den 450 Hektar Rebfläche entstehenden Weine jedes Jahr aufs Neue unter Beweis. Eingebettet zwischen dem Neckar, dem Rhein und Main im Schutz des Odenwalds und der Odenwälder Weininsel um Groß- Umstadt, ist die Region gegen stürmische Ost- und Nordwinde ideal geschützt, wodurch die Reben durch eine lange Vegetationszeit qualitativ hochwertige Trauben erzeugen. Nicht nur die Rebe fühlt sich hier in dem vorherrschenden milden Klima wohl – südländische Früchte sind an klimatisch optimalen Standorten zu finden, die ebenso wie die Rebe, von einer Sonnenscheindauer von durchschnittlich 1.600 Stunden profitieren.

Zur Geschichte des kleinsten deutschen Anbaugebiets

Bereits die Römer sind vor über 2.000 Jahren auf die Idee gekommen an der „strata montana“, der hessischen Bergstraße, auf sonnigen Hügeln Weinreben anzupflanzen. Vor rund 60 Jahren wurden Gegenstände der Römer bei Kanalarbeiten in Heppenheim entdeckt, was ihren Aufenthalt bestätigt. Die nächste urkundliche Erwähnung folgte im 8. Jahrhundert, wo die Mönche des Kloster Lorsch im Besitzstandverzeichnis, im „Codex Laureshamensis“, von den edlen Tropfen der Region berichteten. Aufgrund diverser historischer und politischer Entscheidungen gehörte die Rebfläche zuerst zur Kurmainz und später zur Kurpfalz. Im Jahre 1803 wurde das Gebiet in Baden und Hessen aufgeteilt. Seit 1971 ist die hessische Bergstraße bis dato eins der 13 Qualitätsweinanbaugebiete Deutschlands.

Rebsorten und Böden

Die Flaggschiff-Rebsorte ist und bleibt der Riesling. Er wird an den Steilhängen des Anbaugebiets angebaut. Dadurch hat er optimale Reifebedingungen: die Säure kann sich durch kühle Nächte und warme Tage in der Beere stabilisieren und bleibt für den späteren Wein erhalten. Der Ausbau erfolgt bis heute traditionell im kleinen Holzfass oder modern im Edelstahltank. Andere Weißweine, beispielsweise Weiß- und Grauburgunder überzeugen den Kenner mit ihrer Fruchtigkeit, aber auch junge Genießer, die am Anfang der Entdeckungstour „Faszination Wein“ sind,  finden hier ihren frischen und spritzigen Wein!

Im Rotweinbereich bauen die Bergsträßer Winzer in den Weinbergen die Rebsorten Spätburgunder, Lemberger, Regent, Portugieser, Acolon, Dornfelder oder St. Laurent an. Von würzig, tanninhaltig bis elegant fruchtig ist für jeden etwas dabei. Wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren!

Da Wein ein Naturprodukt ist und bleibt, ist jeder Jahrgang individuell auf seine eigene Art und Weise.

Ein Viertel der bewirtschafteten Rebfläche sind Steillagen an den Hängen des Odenwalds. Die Böden der Oberhängen und Kuppen bestehen meistens aus Magmatit-Untergrundgesteinen. Darüber, also auf der obersten Bodenschicht, haben sich Steine und Braunerde angelagert. Die bedeutendste Erhebung für die Region stellt mit 517 m der Melibokus, östlich von Zwingenberg, dar. Auf diesem Hügel sind terrassierte Rebanlagen der besseren Bewirtschaftung wegen angelegt worden, die ein malerisches Bild abgeben.

Der Riesling ist der Hauptvertreter der Region, daneben werden viele andere Rebsorten wie Dornfelder oder Burgunder angebaut. In Mittel- und Unterhangspositionen besteht der Boden aus Sandlöss und Löss, der nährstoffreich und tiefgründig ist, sodass die Wurzeln der Weinrebe sich tief in die Bodenschichten einarbeiten können und das bekannte „Terroir“ zustande kommt. Gemeint ist damit die Einzigartigkeit von Boden, Klima und Standort, die den Wein unverwechselbar macht. Löss ist sehr erosionsanfällig. Durch Winderosion sind schon einige Schichten des ursprünglichen Bodens abgetragen worden. Dieser erodierte Boden lagert sich an den Hanglagen ab. Da die kleinen Rebflächen alle unterschiedliche Böden haben, ist ein Wein vom Süden teilweise sensorisch sehr unterschiedlich im Vergleich zu einem Wein aus dem Norden der Bergstraße.

Ein Naturschauspiel – nicht nur im Frühjahr!

Im Frühjahr erstreckt sich über die ganze Region der „Frühlingsgarten“, wie die Blütenpracht von Regionsliebhabern genannt wird. Hier blühen die Mandel-, Pfirsich- und Kirschbäume, um nur einige zu nennen, als erste in ganz Deutschland. Somit sind die blühenden Bäume und Sträucher für jeden Naturliebhaber ein Muss im Terminkalender. Aufgrund des hohen Interesses aus Nah und Fern veranstalten die regionalen Winzer alljährlich eine Frühlingswanderung am 1. Mai. Was gibt es schöneres, als die Region mit einem Gläschen Bergsträßer Wein zu erkunden?!

Doch nicht nur im Frühling bietet die hessische Bergstraße ein Naturschauspiel: die lang andauernden Sommer sowie der goldene Herbst machen die Bergstraße zum Weinreiseziel für das ganze Jahr.

Sehenswürdigkeiten & Kulturprogramm

Die Region hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: In Heppenheim steht die Burgruine Starkenburg. In der historischen Ruine werden alljährlich die Festspiele im Freien veranstaltet, die auch über die Grenzen der Region bekannt und beliebt sind. Im Sommer wird von Theater-, Musik- oder Comedyveranstaltungen ein breites Bühnenprogramm angeboten.  

Das Auerbacher Schloss, das im gleichnamigen Stadtteil von Bensheim steht, hat eine super Lage und eine atemberaubende Aussicht über die Region. Hier blickt man auf das benachbarte Auerbacher Fürstenlager und kann mit einem Glas Riesling die Aussicht auf die Region genießen.

Natürlich kommen hier die Wanderer nicht zu kurz, denn das Anbaugebiet verfügt über zahlreiche Wanderwege, wie zum Beispiel den Weinlehrpfad in Bensheim oder den Weinlehrpfad „Wein und Stein“ in Heppenheim.

„Klein aber Oho“ – Deutschlands kleinstes Weinbaugebiet Das kleinste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands trifft es mit „Klein, aber Oho!“ auf den Punkt. Ob... mehr erfahren »
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„Klein aber Oho“ – Deutschlands kleinstes Weinbaugebiet

Das kleinste Qualitätsweinanbaugebiet Deutschlands trifft es mit „Klein, aber Oho!“ auf den Punkt. Ob man in Bensheim auf dem historischen Marktplatz die Fachwerkhäuser mit einem Glas Riesling betrachtet oder vom Alsbacher Schloss die facettenreiche Landschaft genießt: Der historische Weinbau der Region lässt Weinkenner sowie Interessierte, die den Wein entdecken wollen, auf ihre Kosten kommen. Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Wo ist das?

Die Region erstreckt sich von Darmstadt bis nach Heppenheim am östlichen Rand der oberrheinischen Tiefebene bis hin zum Fuß des Odenwalds. Wichtig für den Weinanbau sind die Gemeinden Zwingenberg, Heppenheim, Alsbach oder Bensheim.

Die 441,5 Hektar erstrecken sich über zwei Bereiche: Starkenburg und Umstadt. Im Bereich Starkenburg liegt die Stadt Bensheim mit 150 ha Rebfläche und fünf Einzellagen: der Bensheimer Kirchberg, auf dem hauptsächlich die Flaggschiffsorte Riesling angepflanzt wird, gefolgt von der Bensheimer Kalkgasse. Hier wachsen die Rebstöcke, wie es bereits der Name ahnen lässt, auf kalkhaltigen Böden. Der Schönberger Herrnwingert war früher im Besitz einer Adelsfamilie. In Bensheim bildet der Hemsberg und bensheimer Paulus gemeinsam die Großlage Bensheimer Wolfsmagen.

Heppenheim verfügt zusammen mit Hambach und Erbach über beinahe die Hälfte der gesamten Gebietsrebfläche: 230 ha. In der Großlage Heppenheimer Schlossberg liegt die Einzellage Heppenheimer Stemmler, wo vorzugsweise trockene Weine, besonders Riesling, angebaut werden.

Hier weht (k)ein besonderer Wind

Die hessische Bergstraße eignet sich hervorragend für den Weinbau. Das stellen die aus den 450 Hektar Rebfläche entstehenden Weine jedes Jahr aufs Neue unter Beweis. Eingebettet zwischen dem Neckar, dem Rhein und Main im Schutz des Odenwalds und der Odenwälder Weininsel um Groß- Umstadt, ist die Region gegen stürmische Ost- und Nordwinde ideal geschützt, wodurch die Reben durch eine lange Vegetationszeit qualitativ hochwertige Trauben erzeugen. Nicht nur die Rebe fühlt sich hier in dem vorherrschenden milden Klima wohl – südländische Früchte sind an klimatisch optimalen Standorten zu finden, die ebenso wie die Rebe, von einer Sonnenscheindauer von durchschnittlich 1.600 Stunden profitieren.

Zur Geschichte des kleinsten deutschen Anbaugebiets

Bereits die Römer sind vor über 2.000 Jahren auf die Idee gekommen an der „strata montana“, der hessischen Bergstraße, auf sonnigen Hügeln Weinreben anzupflanzen. Vor rund 60 Jahren wurden Gegenstände der Römer bei Kanalarbeiten in Heppenheim entdeckt, was ihren Aufenthalt bestätigt. Die nächste urkundliche Erwähnung folgte im 8. Jahrhundert, wo die Mönche des Kloster Lorsch im Besitzstandverzeichnis, im „Codex Laureshamensis“, von den edlen Tropfen der Region berichteten. Aufgrund diverser historischer und politischer Entscheidungen gehörte die Rebfläche zuerst zur Kurmainz und später zur Kurpfalz. Im Jahre 1803 wurde das Gebiet in Baden und Hessen aufgeteilt. Seit 1971 ist die hessische Bergstraße bis dato eins der 13 Qualitätsweinanbaugebiete Deutschlands.

Rebsorten und Böden

Die Flaggschiff-Rebsorte ist und bleibt der Riesling. Er wird an den Steilhängen des Anbaugebiets angebaut. Dadurch hat er optimale Reifebedingungen: die Säure kann sich durch kühle Nächte und warme Tage in der Beere stabilisieren und bleibt für den späteren Wein erhalten. Der Ausbau erfolgt bis heute traditionell im kleinen Holzfass oder modern im Edelstahltank. Andere Weißweine, beispielsweise Weiß- und Grauburgunder überzeugen den Kenner mit ihrer Fruchtigkeit, aber auch junge Genießer, die am Anfang der Entdeckungstour „Faszination Wein“ sind,  finden hier ihren frischen und spritzigen Wein!

Im Rotweinbereich bauen die Bergsträßer Winzer in den Weinbergen die Rebsorten Spätburgunder, Lemberger, Regent, Portugieser, Acolon, Dornfelder oder St. Laurent an. Von würzig, tanninhaltig bis elegant fruchtig ist für jeden etwas dabei. Wie heißt es so schön? Probieren geht über studieren!

Da Wein ein Naturprodukt ist und bleibt, ist jeder Jahrgang individuell auf seine eigene Art und Weise.

Ein Viertel der bewirtschafteten Rebfläche sind Steillagen an den Hängen des Odenwalds. Die Böden der Oberhängen und Kuppen bestehen meistens aus Magmatit-Untergrundgesteinen. Darüber, also auf der obersten Bodenschicht, haben sich Steine und Braunerde angelagert. Die bedeutendste Erhebung für die Region stellt mit 517 m der Melibokus, östlich von Zwingenberg, dar. Auf diesem Hügel sind terrassierte Rebanlagen der besseren Bewirtschaftung wegen angelegt worden, die ein malerisches Bild abgeben.

Der Riesling ist der Hauptvertreter der Region, daneben werden viele andere Rebsorten wie Dornfelder oder Burgunder angebaut. In Mittel- und Unterhangspositionen besteht der Boden aus Sandlöss und Löss, der nährstoffreich und tiefgründig ist, sodass die Wurzeln der Weinrebe sich tief in die Bodenschichten einarbeiten können und das bekannte „Terroir“ zustande kommt. Gemeint ist damit die Einzigartigkeit von Boden, Klima und Standort, die den Wein unverwechselbar macht. Löss ist sehr erosionsanfällig. Durch Winderosion sind schon einige Schichten des ursprünglichen Bodens abgetragen worden. Dieser erodierte Boden lagert sich an den Hanglagen ab. Da die kleinen Rebflächen alle unterschiedliche Böden haben, ist ein Wein vom Süden teilweise sensorisch sehr unterschiedlich im Vergleich zu einem Wein aus dem Norden der Bergstraße.

Ein Naturschauspiel – nicht nur im Frühjahr!

Im Frühjahr erstreckt sich über die ganze Region der „Frühlingsgarten“, wie die Blütenpracht von Regionsliebhabern genannt wird. Hier blühen die Mandel-, Pfirsich- und Kirschbäume, um nur einige zu nennen, als erste in ganz Deutschland. Somit sind die blühenden Bäume und Sträucher für jeden Naturliebhaber ein Muss im Terminkalender. Aufgrund des hohen Interesses aus Nah und Fern veranstalten die regionalen Winzer alljährlich eine Frühlingswanderung am 1. Mai. Was gibt es schöneres, als die Region mit einem Gläschen Bergsträßer Wein zu erkunden?!

Doch nicht nur im Frühling bietet die hessische Bergstraße ein Naturschauspiel: die lang andauernden Sommer sowie der goldene Herbst machen die Bergstraße zum Weinreiseziel für das ganze Jahr.

Sehenswürdigkeiten & Kulturprogramm

Die Region hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: In Heppenheim steht die Burgruine Starkenburg. In der historischen Ruine werden alljährlich die Festspiele im Freien veranstaltet, die auch über die Grenzen der Region bekannt und beliebt sind. Im Sommer wird von Theater-, Musik- oder Comedyveranstaltungen ein breites Bühnenprogramm angeboten.  

Das Auerbacher Schloss, das im gleichnamigen Stadtteil von Bensheim steht, hat eine super Lage und eine atemberaubende Aussicht über die Region. Hier blickt man auf das benachbarte Auerbacher Fürstenlager und kann mit einem Glas Riesling die Aussicht auf die Region genießen.

Natürlich kommen hier die Wanderer nicht zu kurz, denn das Anbaugebiet verfügt über zahlreiche Wanderwege, wie zum Beispiel den Weinlehrpfad in Bensheim oder den Weinlehrpfad „Wein und Stein“ in Heppenheim.