Hier treffen Baden und Württemberg aufeinander

Zwischen der Ortenau und badischen Bergstraße liegt ein Weinbaubereich, der so ein vielfältiges Rotweinangebot wie keine andere badische Region anbietet: die Rede ist vom Kraichgau. Portugieser, Schwarzriesling und Lemberger führen hier die Spitze der roten Sorten an, also nicht wie gewohnt der blaue Spätburgunder. Der Anteil an bestockten Rotweinsorten liegt bei 27,8 %.  Im weißen Bereich sind Riesling, Müller-Thurgau und Ruländer die Spitzenreiter. Als Spezialität der Region gilt der Auxerrois. Durch die Kreuzung von den Rebsorten Heunisch und Pinot gehört er zur Gattung der Burgunder – der Name stammt von einer gleichnamigen französischen Grafschaft ab. Insgesamt wachsen auf beinahe ¾ der Rebfläche Burgunder. Die 1.257 Hektar werden mit durchschnittlich 1.280-1.350 Sonnenstunden verwöhnt. Somit wird der Werbeslogan „Badischer Wein - von der Sonne verwöhnt!“ auch im nördlichsten badischen Bereich in den Weinbergen erfüllt.

„Das Streben der Qualität beginnt schon vor dem Anbau“ – Staatsweingut Karlsruhe-Durlach

Bietigheim-Bissingen, Karlsruhe oder Wiesloch – viele Dörfer und Gemeinden bauen Wein an. Alle gehen dabei nach strengen Qualitätsvorgaben vor. Die, die keine Winzer sind, trinken den edlen Tropfen mindestens genau so gerne! Zwischen Straßburg und Mannheim werden beispielsweise im Karlsruher Ortsteil Durlach auf Hanglagen, wie dem 256 Meter ü. NN hohen Turmberg, Wein angebaut. Oft sind solche Weinbergslagen Ausläufer des benachbarten Schwarzwalds. Die gesamte Anbaufläche des Kraichgaus ist in drei Großlagen unterteilt: in den Mannaberg mit 612 Hektar, den Stiftsberg mit 493 Hektar und den Hohenberg mit rund 150 Hektar.

So schön – und so namensgebend!

Der Kraichbach ist einer der bedeutendsten Flussgewässer in der Region, unter anderem auch ausschlaggebend für den Namen des Bereichs. Die idyllische Hügellandschaft grenzt im Norden an den Odenwald, im Süden an den Schwarzwald sowie an die oberrheinische Tiefenebene im Westen. Von oben betrachtet wirkt hier die oberrheinische Tiefenebene wie eine tiefe Mulde.

Weinberge als (willkommenes) Schenkungsobjekt

Der Kraichgau zählt zu den ältesten Kulturräumen Europas. Überreste des Homo sapiens, die hier gefunden wurden, belegen das. Seit rund 6.000 Jahren beheimaten Megalithiker, Kelten, Römer, Alemannen, Franken und nun schließlich Badener den Kraichgau. Spätestens seit den Römern um 50 nach Christus ist überliefert, dass hier Wein angebaut und selbstverständlich auch getrunken wurde! Während dem Frühmittelalter ist dieser badische Weinbaubereich unter dem Namen „Creichgowe“ erwähnt worden. Chreich war das keltische Wort für Kraich, was übersetzt so viel wie Schlamm und Lehm bedeutet und auf die Bodenstruktur hinweist. „Gowe“, also das „-gau“ beschreibt das offene, waldfreie Gebiet der Region. Im 8 Jahrhundert schenkte Herold aus Berghausen im Jahr 771 dem Kloster Lorsch einen Weinberg aus der Großlage Hohenberg. Ein halbes Jahrtausend später übergab der Markgraf Hermann VII ebenfalls Rebanlagen an das Kloster Herrenalb. Heute bewirtschaften die Winzer ihre Weinberge und – wenn möglich – geben sie diese familienintern weiter.

Kraichgau oder „die badische Toskana“

Aus dem Eiszeitalter wurden (zum Glück) bedeutende Mengen Löss in Form von Schluff in den Kraichgau eingetragen. Diese setzten sich ab und sind mit einer Mächtigkeit von bis zu 30 Metern die größten Ablagerungen seiner Art in Deutschland. Weinstöcke, die auf solchen Böden wurzeln, werden von diesem fruchtbaren Bodentyp verwöhnt. In diesem Gebiet treten weitere Bodenschätze wie Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein auf. Diese kalkhaltigen, skelettreichen, schwachtonigen bis sandige Böden sind hervorragende Grundbausteine, um verschiedene Rebsorten anbauen zu können. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es für die kraichgauer Winzer wichtig sich auf neue Rebsorten einzustellen, wie beispielsweise Cabernet Sauvignon. Aufgrund des milden Klimas ist der Kraichgau auch als „badische Toskana“ über die Grenzen hinaus bekannt.

Kultur und Wein

Mitten im Kraichgau steht die am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage der Zisterziensermönche nördlich der Alpen. Aus genau diesem Grund ist das Kloster Maulbronn als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt worden.

Nach einem Klosterbesuch oder einfach so laden zahlreiche Weinfeste zum Verweilen und zu Gesprächen mit den Kellermeistern ein.

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Hier treffen Baden und Württemberg aufeinander

Zwischen der Ortenau und badischen Bergstraße liegt ein Weinbaubereich, der so ein vielfältiges Rotweinangebot wie keine andere badische Region anbietet: die Rede ist vom Kraichgau. Portugieser, Schwarzriesling und Lemberger führen hier die Spitze der roten Sorten an, also nicht wie gewohnt der blaue Spätburgunder. Der Anteil an bestockten Rotweinsorten liegt bei 27,8 %.  Im weißen Bereich sind Riesling, Müller-Thurgau und Ruländer die Spitzenreiter. Als Spezialität der Region gilt der Auxerrois. Durch die Kreuzung von den Rebsorten Heunisch und Pinot gehört er zur Gattung der Burgunder – der Name stammt von einer gleichnamigen französischen Grafschaft ab. Insgesamt wachsen auf beinahe ¾ der Rebfläche Burgunder. Die 1.257 Hektar werden mit durchschnittlich 1.280-1.350 Sonnenstunden verwöhnt. Somit wird der Werbeslogan „Badischer Wein - von der Sonne verwöhnt!“ auch im nördlichsten badischen Bereich in den Weinbergen erfüllt.

„Das Streben der Qualität beginnt schon vor dem Anbau“ – Staatsweingut Karlsruhe-Durlach

Bietigheim-Bissingen, Karlsruhe oder Wiesloch – viele Dörfer und Gemeinden bauen Wein an. Alle gehen dabei nach strengen Qualitätsvorgaben vor. Die, die keine Winzer sind, trinken den edlen Tropfen mindestens genau so gerne! Zwischen Straßburg und Mannheim werden beispielsweise im Karlsruher Ortsteil Durlach auf Hanglagen, wie dem 256 Meter ü. NN hohen Turmberg, Wein angebaut. Oft sind solche Weinbergslagen Ausläufer des benachbarten Schwarzwalds. Die gesamte Anbaufläche des Kraichgaus ist in drei Großlagen unterteilt: in den Mannaberg mit 612 Hektar, den Stiftsberg mit 493 Hektar und den Hohenberg mit rund 150 Hektar.

So schön – und so namensgebend!

Der Kraichbach ist einer der bedeutendsten Flussgewässer in der Region, unter anderem auch ausschlaggebend für den Namen des Bereichs. Die idyllische Hügellandschaft grenzt im Norden an den Odenwald, im Süden an den Schwarzwald sowie an die oberrheinische Tiefenebene im Westen. Von oben betrachtet wirkt hier die oberrheinische Tiefenebene wie eine tiefe Mulde.

Weinberge als (willkommenes) Schenkungsobjekt

Der Kraichgau zählt zu den ältesten Kulturräumen Europas. Überreste des Homo sapiens, die hier gefunden wurden, belegen das. Seit rund 6.000 Jahren beheimaten Megalithiker, Kelten, Römer, Alemannen, Franken und nun schließlich Badener den Kraichgau. Spätestens seit den Römern um 50 nach Christus ist überliefert, dass hier Wein angebaut und selbstverständlich auch getrunken wurde! Während dem Frühmittelalter ist dieser badische Weinbaubereich unter dem Namen „Creichgowe“ erwähnt worden. Chreich war das keltische Wort für Kraich, was übersetzt so viel wie Schlamm und Lehm bedeutet und auf die Bodenstruktur hinweist. „Gowe“, also das „-gau“ beschreibt das offene, waldfreie Gebiet der Region. Im 8 Jahrhundert schenkte Herold aus Berghausen im Jahr 771 dem Kloster Lorsch einen Weinberg aus der Großlage Hohenberg. Ein halbes Jahrtausend später übergab der Markgraf Hermann VII ebenfalls Rebanlagen an das Kloster Herrenalb. Heute bewirtschaften die Winzer ihre Weinberge und – wenn möglich – geben sie diese familienintern weiter.

Kraichgau oder „die badische Toskana“

Aus dem Eiszeitalter wurden (zum Glück) bedeutende Mengen Löss in Form von Schluff in den Kraichgau eingetragen. Diese setzten sich ab und sind mit einer Mächtigkeit von bis zu 30 Metern die größten Ablagerungen seiner Art in Deutschland. Weinstöcke, die auf solchen Böden wurzeln, werden von diesem fruchtbaren Bodentyp verwöhnt. In diesem Gebiet treten weitere Bodenschätze wie Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein auf. Diese kalkhaltigen, skelettreichen, schwachtonigen bis sandige Böden sind hervorragende Grundbausteine, um verschiedene Rebsorten anbauen zu können. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es für die kraichgauer Winzer wichtig sich auf neue Rebsorten einzustellen, wie beispielsweise Cabernet Sauvignon. Aufgrund des milden Klimas ist der Kraichgau auch als „badische Toskana“ über die Grenzen hinaus bekannt.

Kultur und Wein

Mitten im Kraichgau steht die am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage der Zisterziensermönche nördlich der Alpen. Aus genau diesem Grund ist das Kloster Maulbronn als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt worden.

Nach einem Klosterbesuch oder einfach so laden zahlreiche Weinfeste zum Verweilen und zu Gesprächen mit den Kellermeistern ein.