Das Dreieck steht Kopf

Das Maindreieck ist mit 4.200 Hektar Rebfläche der größte fränkische Weinbaubereich. Im Dreieck zwischen Schweinfurth, Ochsenfurt und Gemünden liegen die Weinberge, auf denen hauptsächlich Müller-Thurgau, die fränkische Traditionsrebsorte Silvaner, Bacchus und Riesling angebaut werden. Der Bereich hat seinen Namen der geographischen Lage, die einem auf dem Kopf stehenden Dreieck ähnelt, zu verdanken. Die Reben stehen insgesamt auf 12 Großlagen wie beispielsweise dem Engelsberg, ewig Leben, Hofrat oder Honigberg.

Zum Maindreieck gehört der Abschnitt des Taubertales zwischen Klingen und Tauberrettersheim und die 30 Kilometer vom Main entfernte Saale. Die „Weininsel“ zwischen Sommerach und Nordheim zählt ebenfalls zur Maindreieckregion.

„Silvaner… besser als der Riesling!“

Früher spielte der Name des Bereichs auf dem Etikett eine eher untergeordnete Rolle: er wurde für die Vermarktung von Tafelwein genutzt. Da Franken als Anbaugebiet im Vergleich zu den Bereichen bekannter ist, steht dieses in den meisten Fällen auf den Etiketten der Bocksbeutel.

Die meisten Weinberge sind entlang der V-förmigen Mainschleife angepflanzt. Doch wieso das? Der Main arbeitet als Mini-Klimaanlage, reflektiert die Sonnenstrahlen und gibt sie an die umliegenden Reben ab. Zudem bewirtschaften die Winzer ihre Anlagen oft auf Steillagen, die klimatisch begünstigt sind. So kam es dazu, dass die Einzellage Würzburger Stein weltbekannt wurde. Hier kann der Silvaner dem Riesling das Wasser - oder besser das Glas - reichen, meinen viele Kritiker.

Pflanzung der 1. Silvanerrebe oder Silvaner aka „österreicher Fechser“

Die Urkunde vom 5. April 1659 bezeugt, dass die erste Pflanzung einer Silvanerrebe auf maindreieck’schen Boden stattfand. Ein Wirt aus Obereisesheim verkaufte einem Amtsboden aus Castell 25 Silvanerreben unter dem Synonym „österreicher Fechser“. Damit die Wurzeln des Pflanzguts nicht austrocknen, kamen die Reben am darauffolgenden Tag, damals also am „Mittwoch nach Ostern“ in den Boden.

Über den Namensursprung mancher Einzellagen wird bis heute wild diskutiert, so zum Beispiel beim Eschendorfer Lump bei Volkach. Im Mitteldorf bezeichnete man die Leute als „Lumpen“, die gerne ein Glas zu viel tranken, ohne Scheu fluchten oder ein loses Mundwerk hatten – möglicherweise bewirtschafteten sie diese die Lage. Eine andere Theorie ist, dass die Weinbergsarbeiter in Lumpen, also zusammengeflickter Kleidung, zur Arbeit kamen.

Klima und Böden

Das Maindreieck zählt zu den wärmsten & trockensten Regionen Frankens. Neben den Weinbau kultivieren die Landwirte und Winzer im Neben- oder Haupterwerb verschiedene Obstkulturen und Gemüsearten.

Die Weinberge stehen hauptsächlich auf nährstoffreichem Muschelkalkboden. Dieser besteht aus steinigem Lehm, Ton und Kalkstein. Die Reben profitieren von den wärme- und wasserspeichernden Eigenschaften der Bodenart wie die in den französischen Anbaugebieten Burgund oder Champagne. Im Glas zeigt sich der Silvaner vom Muschelkalk als filigraner, zarter Wein mit dezenten Aromen.

Landschaftsprägung

Aus der Luft betrachtet, sieht das Maindreieck aus wie ein auf der Spitze stehendes Dreieck. Dadurch kam der Bereich zu seinem Namen. Das Flussbett des Mains unterstützt die Annahme des Dreiecks – an den Steilhängen wachsen ja auch die meisten Weinberge.

Tourismus

Das Zentrum des Frankenweins liegt in Würzburg. Somit zählt sie neben dem württembergischen Stuttgart und dem österreichischen Wien zu den drei Städten, die einen Weinberg auf Stadtgebiet bewirtschaften. Die Trauben reifen im staatlichen Hofkeller, Juliusspital oder Bürgerspital in Würzburg zu Alltags- und Spitzengewächsen/großen Franken heran.

Der Weinlehrpfad „Stein-Wein-Pfad“ beginnt beim Weingut am Stein in Würzburg. Rund 20 Informationstafeln erzählen von typischen fränkischen Rebsorten, Bodenarten, Gesteinen und klären den in der Weinsprache oft genutzten Begriff „Terroir“ auf. Der Weg führt an Sehenswürdigkeiten wie der Steinburg, dem Pavillon Moltkeruh oder dem Bismarckturm vorbei.

Das Dreieck steht Kopf Das Maindreieck ist mit 4.200 Hektar Rebfläche der größte fränkische Weinbaubereich. Im Dreieck zwischen Schweinfurth, Ochsenfurt und Gemünden... mehr erfahren »
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Das Dreieck steht Kopf

Das Maindreieck ist mit 4.200 Hektar Rebfläche der größte fränkische Weinbaubereich. Im Dreieck zwischen Schweinfurth, Ochsenfurt und Gemünden liegen die Weinberge, auf denen hauptsächlich Müller-Thurgau, die fränkische Traditionsrebsorte Silvaner, Bacchus und Riesling angebaut werden. Der Bereich hat seinen Namen der geographischen Lage, die einem auf dem Kopf stehenden Dreieck ähnelt, zu verdanken. Die Reben stehen insgesamt auf 12 Großlagen wie beispielsweise dem Engelsberg, ewig Leben, Hofrat oder Honigberg.

Zum Maindreieck gehört der Abschnitt des Taubertales zwischen Klingen und Tauberrettersheim und die 30 Kilometer vom Main entfernte Saale. Die „Weininsel“ zwischen Sommerach und Nordheim zählt ebenfalls zur Maindreieckregion.

„Silvaner… besser als der Riesling!“

Früher spielte der Name des Bereichs auf dem Etikett eine eher untergeordnete Rolle: er wurde für die Vermarktung von Tafelwein genutzt. Da Franken als Anbaugebiet im Vergleich zu den Bereichen bekannter ist, steht dieses in den meisten Fällen auf den Etiketten der Bocksbeutel.

Die meisten Weinberge sind entlang der V-förmigen Mainschleife angepflanzt. Doch wieso das? Der Main arbeitet als Mini-Klimaanlage, reflektiert die Sonnenstrahlen und gibt sie an die umliegenden Reben ab. Zudem bewirtschaften die Winzer ihre Anlagen oft auf Steillagen, die klimatisch begünstigt sind. So kam es dazu, dass die Einzellage Würzburger Stein weltbekannt wurde. Hier kann der Silvaner dem Riesling das Wasser - oder besser das Glas - reichen, meinen viele Kritiker.

Pflanzung der 1. Silvanerrebe oder Silvaner aka „österreicher Fechser“

Die Urkunde vom 5. April 1659 bezeugt, dass die erste Pflanzung einer Silvanerrebe auf maindreieck’schen Boden stattfand. Ein Wirt aus Obereisesheim verkaufte einem Amtsboden aus Castell 25 Silvanerreben unter dem Synonym „österreicher Fechser“. Damit die Wurzeln des Pflanzguts nicht austrocknen, kamen die Reben am darauffolgenden Tag, damals also am „Mittwoch nach Ostern“ in den Boden.

Über den Namensursprung mancher Einzellagen wird bis heute wild diskutiert, so zum Beispiel beim Eschendorfer Lump bei Volkach. Im Mitteldorf bezeichnete man die Leute als „Lumpen“, die gerne ein Glas zu viel tranken, ohne Scheu fluchten oder ein loses Mundwerk hatten – möglicherweise bewirtschafteten sie diese die Lage. Eine andere Theorie ist, dass die Weinbergsarbeiter in Lumpen, also zusammengeflickter Kleidung, zur Arbeit kamen.

Klima und Böden

Das Maindreieck zählt zu den wärmsten & trockensten Regionen Frankens. Neben den Weinbau kultivieren die Landwirte und Winzer im Neben- oder Haupterwerb verschiedene Obstkulturen und Gemüsearten.

Die Weinberge stehen hauptsächlich auf nährstoffreichem Muschelkalkboden. Dieser besteht aus steinigem Lehm, Ton und Kalkstein. Die Reben profitieren von den wärme- und wasserspeichernden Eigenschaften der Bodenart wie die in den französischen Anbaugebieten Burgund oder Champagne. Im Glas zeigt sich der Silvaner vom Muschelkalk als filigraner, zarter Wein mit dezenten Aromen.

Landschaftsprägung

Aus der Luft betrachtet, sieht das Maindreieck aus wie ein auf der Spitze stehendes Dreieck. Dadurch kam der Bereich zu seinem Namen. Das Flussbett des Mains unterstützt die Annahme des Dreiecks – an den Steilhängen wachsen ja auch die meisten Weinberge.

Tourismus

Das Zentrum des Frankenweins liegt in Würzburg. Somit zählt sie neben dem württembergischen Stuttgart und dem österreichischen Wien zu den drei Städten, die einen Weinberg auf Stadtgebiet bewirtschaften. Die Trauben reifen im staatlichen Hofkeller, Juliusspital oder Bürgerspital in Würzburg zu Alltags- und Spitzengewächsen/großen Franken heran.

Der Weinlehrpfad „Stein-Wein-Pfad“ beginnt beim Weingut am Stein in Würzburg. Rund 20 Informationstafeln erzählen von typischen fränkischen Rebsorten, Bodenarten, Gesteinen und klären den in der Weinsprache oft genutzten Begriff „Terroir“ auf. Der Weg führt an Sehenswürdigkeiten wie der Steinburg, dem Pavillon Moltkeruh oder dem Bismarckturm vorbei.