Was jetzt – Mittelrhein oder Loreley?

150 Steillagenwinzer bewirtschaften mit großer Leidenschaft die Rebanlagen entlang des Mittelrheins. Der Begriff Steillage darf laut deutschem Weingesetz nur dann verwendet werden, wenn die Lage eine Hangneigung von mindestens 30° aufweist. Am Mittelrhein tragen 85% der Rebflächen diesen Zusatz, davon 15% sogar den Begriff „Steilstlagen“. Lediglich ein Zehntel erfüllt die Steillagenbedingung nicht. Dabei dominiert im Sortenspiegel mit 70% die „Königin der deutschen Rebsorten“, der Riesling. Auf dem zweiten und dritten Rang stehen Kerner und Müller-Thurgau. Im roten Bereich besteht der Hauptanteil der bestockten Rebfläche aus Spätburgunder und Dornfelder. In Verbindung mit kompromisslosem Qualitätsdenken und -bestreben ernten die Winzer nur 2/3 des erlaubten Hektarhöchstertrags. Dahinter liegt der Gedanke, dass der Rebstock weniger Trauben versorgen muss und somit mehr Nährstoffe pro Traube zur Verfügung hat. Als nordwestlichstes deutsches Qualitätsweinanbaugebiet liegt der Mittelrhein oberhalb des 50. Breitengrades zwischen dem Rhein-Main-Gebiet, Köln und Bonn. Insgesamt erstreckt sich das Anbaugebiet 120 Kilometer entlang des Mittelrheins.

Steile Lagen = Schwerstarbeit. Schwerstarbeit = Handarbeit.

Während im 20. Jahrhundert noch eine Fläche von 2.200 Hektar bewirtschaftet wurde, ging die Anbaufläche im Laufe der Jahre auf 448 Hektar zurück. Der Grund für den drastischen Rückgang ist offensichtlich: die Bewirtschaftung der extrem steilen Weinberge ist sowohl arbeits- als auch zeitintensiv. Viele Familienbetriebe fanden keine Nachfolger für die Weinberge. Da die Kapazität bei Weingütern beschränkt ist, mussten viele Flächen zum Leiden des Anbaugebietes stillgelegt werden. Hinzu kommt, dass in Form von beispielsweise Trockenmauern der Schutz vor Erosionen gewährleistet sein sollte, da sich in den obersten 30 Zentimetern die Hauptnährstoffe für die Reben befinden. Diese Schicht ist somit essentiell für eine optimale Nährstoffversorgung der Reben. Somit verringert sich die nutzbare, potentiell bestockbare Rebfläche. Aufgrund unrentabler Nutzungsbedingungen sind viele Flächen durch Brombeeren, Heckenrosen oder Eichen verbuscht worden. Als logische Schlussfolgerung wird für seltene Pflanzen- und Tierarten der Lebensraum weggenommen. Gerade von den Winzern gepflegte Weinbergshänge, Trockenmauern oder Schieferhalden stellten solche Lebensräume dar.

Die Mittelrheinregion darf sich glücklich schätzen, dass sie jungen Nachwuchs haben, der den schwierigen Bedingungen trotzt und die anspruchsvolle Herausforderung mit Freude annimmt: So stellt sich Cecilia Jost vom Weingut Toni Jost aus Bacharach der Steillagenherausforderung. Seit 180 Jahren ist das Weingut im Familienbesitz und baut heute 15 Hektar mit einem Rieslinganteil von 80% aus. Der Bacharacher Hahn ist heute beinahe im Alleinbesitz der Josts. An den steilsten Stellen beträgt die Hangneigung 60%. Selbstverständlich dürfen handgelesene Rieslinge der Josts in unserem Sortiment nicht fehlen. Nebenbei gibt es viele Vereinigungen, die den Mittelrheinwein fördern wollen. Hinter den „Weinsteigwinzer®“ stehen Leutersdorfer und Hammersteiner Winzer, die die Qualitätsansprüche betonen möchten. Gemeinsam können sie das auf 50 Hektar umsetzen. 

Schnäpse, Liköre und Edelbrände runden oftmals das Angebot eines Weinguts am Mittelrhein ab.

Wer jetzt noch an der wichtigen Bedeutung des Mittelrheinweins zweifelt, der kann sehr gerne den Kaiser von Japan, Queen Elizabeth II. oder Barack Obama, die alle schon in den Genuss eines Weins vom Mittelrhein gekommen sind.

Bereiche und Landschaftsprägung

Zwischen dem Hunsrück, dem Westerwald, Bingen, Rüdesheim und Bonn liegen die Mittelrheinweinberge entlang des Flussverlaufs. Das Flussbett durchdringt das rheinische Schiefergebirge. Im Westen begrenzen Hunsrück und Eifel, im Osten der Taunus und im Norden der Westerwald und das Siebengebirge das Anbaugebiet. Genauer gesagt unterscheidet man zwischen linksrheinisch, also beginnend bei Bingen und endend bei Bonn und rechtsrheinisch bei Kaub und Niederdollendorf. Trotz des drastischen Rückgangs der Rebfläche wird die Landschaft von Weinbergssteillagen und dem Flussbett des Mittelrheins geprägt. Um die 40 Burgen und Schlösser sorgen für den romantischen Flair der Region. Zugleich sind sie Zeugen des früheren Reichtums, wo sich viele Adlige niedergelassen haben, um Handel zu treiben und ihren Wohlstand zu erhöhen.

Bei den vielen Felsen sticht einer zwischen dem Hunsrück und Taunus besonders ins Auge: hier sitzt eine traurige, leicht bekleidete Frau mit langem wehenden Haar – die Rede ist von der Loreley. Zahlreiche Sagen und Mythen wurden im Laufe der Jahre um die Hübsche gesponnen. Einst sprach man vom Lurleifels, der für etliche Schiffsbrüche verantwortlich war. Die gefährliche Strömung um den Fels und das eindrucksvolle darauf folgende Echo waren weit über die Grenzen des Gebiets bekannt und gefürchtet. Bis ins 17. Jahrhundert war man der festen Überzeugung, dass der Fels von Berggeistern, Zwergen und Nymphen beheimatet ist. Heinrich Heine komponierte das Loreleylied mit folgenden Zeilen: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin; ein Märchen aus uralten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn […]“. Friedrich Schiller schrieb eine melancholische Melodie über die Loreley. Auch Clemens Brentano beschäftigte sich mit der Loreley-Sage und schrieb die Geschichte einer Jungfrau bzw. Zauberin, der alle Männer verfallen und machtlos ausgeliefert sind.

Was den Weincharakter am intensivsten prägt

Am Mittelrhein herrscht ein hervorragendes Makroklima für den Weinbau mit vielen Sonnenstunden, das mit der französischen Burgundregion vergleichbar ist. Mineralischer Schiefer und fruchtbarer Lösslehm versorgen die Reben mit notwendigen Nährstoffen. Verschiedene Schieferarten sind die typischen Bodenarten am Mittelrhein. Der stahlblaue Schieferboden zwischen Trechtinghausen und Boppard bringt typisch rheinige Rieslinge hervor. Vulkanverwitterungsgestein und Löss häuft sich nördlich von Koblenz. Grauwacke, Terrassenlehme und Sand oder Kies spielen in den Bodenverhältnissen eine untergeordnete Rolle.

Milde Luft von südlichen Regionen fördert die Vegetation des Rieslings. Die alljährlich gemäßigten Winter tragen positiv dazu bei. In vielen anderen Anbaugebieten wird bei großen Niederschlagsmengen die Angst um Pilzbefall sehr groß. Da die Reben am Steilhang gepflanzt sind und schneller abtrocknen können, ist dies am Mittelrhein bei leichten Niederschlägen weniger der Fall. Im Gegenteil: große Jahrgänge entstehen in mäßigen Sommern mit ausreichenden Niederschlägen. Der Rhein fördert die Beerenreife am Weinstock, indem er als Wärmespeicher und Temperaturausgleicher agiert.

Geschichte

Der Mittelrhein ist bereits seit der Altsteinzeit, also der frühesten menschlichen Geschichte, besiedelt worden. Zwischen Koblenz und Neuwied brachten die Römer den ersten Weinbau in die Region. Damals bewirtschafteten sie hauptsächlich flache Rebanlagen und nutzten nicht die klimatisch begünstigten Steilhänge, die erst im Hochmittelalter mit Reben bepflanzt wurden. Bacharach war währenddessen das Zentrum der Weinkultur. Produkte aus südlichen Regionen wie Baden oder dem Elsass gelangen von hier nach England oder Skandinavien. Zahlreiche Fürsten nutzten den blühenden Handel. Sie ließen sich nieder, bauten Anwesen und profitierten vom Handel. Maler wie William Turner oder George W. Stanfield inspirierte diese Landschaft. Durch ihre Gemälde wurde die Schönheit des Mittelrheins über die Grenzen des Gebiets bekannt.

Feste feiern wie sie fallen!  

Frei nach dem Motto „Feste feiern wie sie fallen“ beginnen die Weinfeste am Mittelrhein sehr früh im neuen Jahr und ziehen sich bis in den fortgeschrittenen Herbst. Dabei fallen die bekannten Festumzüge fröhlich, festlich und nicht zuletzt kulinarisch alljährlich sehr gut aus. Damit die Gäste nicht verdursten, sorgen zahlreiche verteilte Weinstände für gute Stimmung und bis in die Morgenstunden und auch für den typischen Flair.

Der frühere Knotenpunkt der Region, Bacharach, ist heute von der Mittelrheinhauptstadt Koblenz abgelöst worden. Hier beginnt der Eingang zum UNESCO-Weltkulturerbe dank des sagenumworbenen Loreleytals. Bei so einer einmaligen felsenumworbenen Landschaft war es lediglich eine Frage der Zeit, bis die Schönheit des Mittelrheins durch so eine Auszeichnung auch von „der Außenwelt“ gewürdigt wurde. Im Sommer versammeln sich namhafte deutsche und internationale Künstler auf der Freilichtbühne beim Loreley-Felsen, um Kunst und laue Sommernächte zu vereinen.

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Was jetzt – Mittelrhein oder Loreley?

150 Steillagenwinzer bewirtschaften mit großer Leidenschaft die Rebanlagen entlang des Mittelrheins. Der Begriff Steillage darf laut deutschem Weingesetz nur dann verwendet werden, wenn die Lage eine Hangneigung von mindestens 30° aufweist. Am Mittelrhein tragen 85% der Rebflächen diesen Zusatz, davon 15% sogar den Begriff „Steilstlagen“. Lediglich ein Zehntel erfüllt die Steillagenbedingung nicht. Dabei dominiert im Sortenspiegel mit 70% die „Königin der deutschen Rebsorten“, der Riesling. Auf dem zweiten und dritten Rang stehen Kerner und Müller-Thurgau. Im roten Bereich besteht der Hauptanteil der bestockten Rebfläche aus Spätburgunder und Dornfelder. In Verbindung mit kompromisslosem Qualitätsdenken und -bestreben ernten die Winzer nur 2/3 des erlaubten Hektarhöchstertrags. Dahinter liegt der Gedanke, dass der Rebstock weniger Trauben versorgen muss und somit mehr Nährstoffe pro Traube zur Verfügung hat. Als nordwestlichstes deutsches Qualitätsweinanbaugebiet liegt der Mittelrhein oberhalb des 50. Breitengrades zwischen dem Rhein-Main-Gebiet, Köln und Bonn. Insgesamt erstreckt sich das Anbaugebiet 120 Kilometer entlang des Mittelrheins.

Steile Lagen = Schwerstarbeit. Schwerstarbeit = Handarbeit.

Während im 20. Jahrhundert noch eine Fläche von 2.200 Hektar bewirtschaftet wurde, ging die Anbaufläche im Laufe der Jahre auf 448 Hektar zurück. Der Grund für den drastischen Rückgang ist offensichtlich: die Bewirtschaftung der extrem steilen Weinberge ist sowohl arbeits- als auch zeitintensiv. Viele Familienbetriebe fanden keine Nachfolger für die Weinberge. Da die Kapazität bei Weingütern beschränkt ist, mussten viele Flächen zum Leiden des Anbaugebietes stillgelegt werden. Hinzu kommt, dass in Form von beispielsweise Trockenmauern der Schutz vor Erosionen gewährleistet sein sollte, da sich in den obersten 30 Zentimetern die Hauptnährstoffe für die Reben befinden. Diese Schicht ist somit essentiell für eine optimale Nährstoffversorgung der Reben. Somit verringert sich die nutzbare, potentiell bestockbare Rebfläche. Aufgrund unrentabler Nutzungsbedingungen sind viele Flächen durch Brombeeren, Heckenrosen oder Eichen verbuscht worden. Als logische Schlussfolgerung wird für seltene Pflanzen- und Tierarten der Lebensraum weggenommen. Gerade von den Winzern gepflegte Weinbergshänge, Trockenmauern oder Schieferhalden stellten solche Lebensräume dar.

Die Mittelrheinregion darf sich glücklich schätzen, dass sie jungen Nachwuchs haben, der den schwierigen Bedingungen trotzt und die anspruchsvolle Herausforderung mit Freude annimmt: So stellt sich Cecilia Jost vom Weingut Toni Jost aus Bacharach der Steillagenherausforderung. Seit 180 Jahren ist das Weingut im Familienbesitz und baut heute 15 Hektar mit einem Rieslinganteil von 80% aus. Der Bacharacher Hahn ist heute beinahe im Alleinbesitz der Josts. An den steilsten Stellen beträgt die Hangneigung 60%. Selbstverständlich dürfen handgelesene Rieslinge der Josts in unserem Sortiment nicht fehlen. Nebenbei gibt es viele Vereinigungen, die den Mittelrheinwein fördern wollen. Hinter den „Weinsteigwinzer®“ stehen Leutersdorfer und Hammersteiner Winzer, die die Qualitätsansprüche betonen möchten. Gemeinsam können sie das auf 50 Hektar umsetzen. 

Schnäpse, Liköre und Edelbrände runden oftmals das Angebot eines Weinguts am Mittelrhein ab.

Wer jetzt noch an der wichtigen Bedeutung des Mittelrheinweins zweifelt, der kann sehr gerne den Kaiser von Japan, Queen Elizabeth II. oder Barack Obama, die alle schon in den Genuss eines Weins vom Mittelrhein gekommen sind.

Bereiche und Landschaftsprägung

Zwischen dem Hunsrück, dem Westerwald, Bingen, Rüdesheim und Bonn liegen die Mittelrheinweinberge entlang des Flussverlaufs. Das Flussbett durchdringt das rheinische Schiefergebirge. Im Westen begrenzen Hunsrück und Eifel, im Osten der Taunus und im Norden der Westerwald und das Siebengebirge das Anbaugebiet. Genauer gesagt unterscheidet man zwischen linksrheinisch, also beginnend bei Bingen und endend bei Bonn und rechtsrheinisch bei Kaub und Niederdollendorf. Trotz des drastischen Rückgangs der Rebfläche wird die Landschaft von Weinbergssteillagen und dem Flussbett des Mittelrheins geprägt. Um die 40 Burgen und Schlösser sorgen für den romantischen Flair der Region. Zugleich sind sie Zeugen des früheren Reichtums, wo sich viele Adlige niedergelassen haben, um Handel zu treiben und ihren Wohlstand zu erhöhen.

Bei den vielen Felsen sticht einer zwischen dem Hunsrück und Taunus besonders ins Auge: hier sitzt eine traurige, leicht bekleidete Frau mit langem wehenden Haar – die Rede ist von der Loreley. Zahlreiche Sagen und Mythen wurden im Laufe der Jahre um die Hübsche gesponnen. Einst sprach man vom Lurleifels, der für etliche Schiffsbrüche verantwortlich war. Die gefährliche Strömung um den Fels und das eindrucksvolle darauf folgende Echo waren weit über die Grenzen des Gebiets bekannt und gefürchtet. Bis ins 17. Jahrhundert war man der festen Überzeugung, dass der Fels von Berggeistern, Zwergen und Nymphen beheimatet ist. Heinrich Heine komponierte das Loreleylied mit folgenden Zeilen: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin; ein Märchen aus uralten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn […]“. Friedrich Schiller schrieb eine melancholische Melodie über die Loreley. Auch Clemens Brentano beschäftigte sich mit der Loreley-Sage und schrieb die Geschichte einer Jungfrau bzw. Zauberin, der alle Männer verfallen und machtlos ausgeliefert sind.

Was den Weincharakter am intensivsten prägt

Am Mittelrhein herrscht ein hervorragendes Makroklima für den Weinbau mit vielen Sonnenstunden, das mit der französischen Burgundregion vergleichbar ist. Mineralischer Schiefer und fruchtbarer Lösslehm versorgen die Reben mit notwendigen Nährstoffen. Verschiedene Schieferarten sind die typischen Bodenarten am Mittelrhein. Der stahlblaue Schieferboden zwischen Trechtinghausen und Boppard bringt typisch rheinige Rieslinge hervor. Vulkanverwitterungsgestein und Löss häuft sich nördlich von Koblenz. Grauwacke, Terrassenlehme und Sand oder Kies spielen in den Bodenverhältnissen eine untergeordnete Rolle.

Milde Luft von südlichen Regionen fördert die Vegetation des Rieslings. Die alljährlich gemäßigten Winter tragen positiv dazu bei. In vielen anderen Anbaugebieten wird bei großen Niederschlagsmengen die Angst um Pilzbefall sehr groß. Da die Reben am Steilhang gepflanzt sind und schneller abtrocknen können, ist dies am Mittelrhein bei leichten Niederschlägen weniger der Fall. Im Gegenteil: große Jahrgänge entstehen in mäßigen Sommern mit ausreichenden Niederschlägen. Der Rhein fördert die Beerenreife am Weinstock, indem er als Wärmespeicher und Temperaturausgleicher agiert.

Geschichte

Der Mittelrhein ist bereits seit der Altsteinzeit, also der frühesten menschlichen Geschichte, besiedelt worden. Zwischen Koblenz und Neuwied brachten die Römer den ersten Weinbau in die Region. Damals bewirtschafteten sie hauptsächlich flache Rebanlagen und nutzten nicht die klimatisch begünstigten Steilhänge, die erst im Hochmittelalter mit Reben bepflanzt wurden. Bacharach war währenddessen das Zentrum der Weinkultur. Produkte aus südlichen Regionen wie Baden oder dem Elsass gelangen von hier nach England oder Skandinavien. Zahlreiche Fürsten nutzten den blühenden Handel. Sie ließen sich nieder, bauten Anwesen und profitierten vom Handel. Maler wie William Turner oder George W. Stanfield inspirierte diese Landschaft. Durch ihre Gemälde wurde die Schönheit des Mittelrheins über die Grenzen des Gebiets bekannt.

Feste feiern wie sie fallen!  

Frei nach dem Motto „Feste feiern wie sie fallen“ beginnen die Weinfeste am Mittelrhein sehr früh im neuen Jahr und ziehen sich bis in den fortgeschrittenen Herbst. Dabei fallen die bekannten Festumzüge fröhlich, festlich und nicht zuletzt kulinarisch alljährlich sehr gut aus. Damit die Gäste nicht verdursten, sorgen zahlreiche verteilte Weinstände für gute Stimmung und bis in die Morgenstunden und auch für den typischen Flair.

Der frühere Knotenpunkt der Region, Bacharach, ist heute von der Mittelrheinhauptstadt Koblenz abgelöst worden. Hier beginnt der Eingang zum UNESCO-Weltkulturerbe dank des sagenumworbenen Loreleytals. Bei so einer einmaligen felsenumworbenen Landschaft war es lediglich eine Frage der Zeit, bis die Schönheit des Mittelrheins durch so eine Auszeichnung auch von „der Außenwelt“ gewürdigt wurde. Im Sommer versammeln sich namhafte deutsche und internationale Künstler auf der Freilichtbühne beim Loreley-Felsen, um Kunst und laue Sommernächte zu vereinen.