Elbling profitiert vom Pariser Becken

Der Bereich Obermosel umfasst 723 Hektar und erreicht als „südliche Weinmosel“ gemeinsam mit dem Moseltor knapp 850 Hektar – also ungefähr ein Zehntel Rebfläche des gesamten Anbaugebietes. Sie liegt im Dreiländereck bei Schengen und endet an der Saarmündung bei Trier. Die Obermosel ist der westliche Ausläufer von Eifel und Hunsrück und verläuft durch das Pariser Becken. Dabei profitiert der Weinbau, wie französische Weinregionen, von den fossilen Sedimentablagerungen, die an manchen Stellen bis 3.000 Meter betragen. Rund 60% der gesamten Rebfläche ist aus historischen Gründen mit rotem oder weisem Elbling bestockt – in Zahlen ausgedrückt 500 Hektar.

„Die Moselregion ist hier lieblicher, mediterraner“ – Dr. Baron von Hohe-Gelting

Neben dem Elbling gewinnen die Burgundersorten hier immer mehr an Bedeutung. Auf Muschelkalkböden fühlt sich der blaue, graue und auch der weiße Burgunder sehr wohl. Spätburgunder auf Rieslingböden? – Ja, das geht! Im Moment sind 3% Moselrebfläche damit bestockt und davon viele Flächen an der Obermosel. Fruchtige Aromen wie Sauerkirsche oder Brombeere gepaart mit einem sanften Schmelz sind typisch für einen Spätburgunder von den hiesigen Winzern. Der Elbling hingegen überzeugt als Wein, Winzersekt oder Crémant mit grünen Apfel- und Quittenaromen. Im Glas präsentiert er sich frisch, spritzig und unkompliziert. Die Moselwinzer kombinieren den Elbling sehr gerne mit einem herzhaften Winzervesper. Bei Räucherschinken und Käse läuft einem doch glatt das Wasser im Munde zusammen…

Flacher als in anderen Bereichen

Geographisch betrachtet ist die Obermosel ein 45 Kilometer langer Flussabschnitt. Sie bildet die natürliche deutsch-luxemburgische Grenze. Das Flussbett beginnt im Süden im Bereich Moseltor bei Perl und endet bei Konz mit der Einmündung der Saar unmittelbar vor Trier. Hier ist das Tal breiter als im Norden des Anbaugebietes. Die Hänge sind vergleichsweise weniger steil, wie man es sonst von der Mosel gewohnt ist. Dennoch gibt es einige Felsformationen aus hellem Dolomitgestein, die senkrecht aus dem Boden herausragen und seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Sie entstanden vor über 243 Millionen Jahren, als sich aus dem Muschelkalkmeer Dolomitbänke formten.

Gleiche Böden wie die Champagne

Die Mosel hat sich ihr Flussbett in die Landschaft hineingeschnitten, wodurch die typische Mosellandschaft mit Tälern und Hügeln entstanden ist.

Die Obermosel hat das große Privileg im Pariser Becken zu liegen, das sich vor mehr als 200 Millionen Jahren aus Muschelkalksedimenten gebildet hat. Somit wachsen die Rebstöcke auf ähnlichen Böden wie in dem bekannten französischen Anbaugebiet Champagne. Muschelkalkböden sind sehr nährstoffreich und sorgen für mineralische Weintypen.

Wein, der auf schweren Mergelböden gereift ist, verleiht dem Wein eine gute Säure. Keuperböden haben tonhaltige und tiefgründige Eigenschaften. Zudem trocknen sie durch ihr gutes Wasserhaltevermögen nicht aus, was die Weinberge vor Trockenstress und die Winzer vor Ertragsausfall bewahrt (quasi eine Win-Win-Situation). Das südliche, einzigartige milde Moselklima trägt zu einer langen Vegetationsphase und Reifezeit bei.

Ältestes Schlossweingut an der Mosel

Der Legende nach schätzten bereits die Römer den Elbling. 500 nach Christus fuhr der Römer Venatius Fortunatus durch den Bereich und rühmte die Region. Der damals bekannte Moseldichter Ausonius bschreibte die Obermosel als ein Fleckchen Erde, der „vom Himmel geliebt und von den Göttern bevorzugt“ wird. Doch lange vor den Galliern versuchten sich andere Völker und keltische Stämme wie etwa die Mediomatriker mit dem Weinbau an der Obermosel. Im Mittelalter setzte sich die Erfolgsgeschichte des Elblings fort. Im 13. Jahrhundert wurde das Schloss Thorn zum Schutz vor einer Furt der Obermosel errichtet. Im Laufe der Jahre beheimateten die Mauern verschiedene Adelsgeschlechter wie die Herren von Rollingen, später die Herren von Bübingen und die Herren von Musiel. Heute wird das Bauwerk als Schlossweingut genutzt – es ist das älteste an der Mosel. Der aktuelle Besitzer Dr. Baron von Hohe-Gelting ist davon überzeugt, dass in seinen Adern Wein fließt, wo bei anderen Blut ist. Schloss Thorn liegt 20 Kilometer östlich von der Luxemburgischen Grenze und ist der südwestlichste Eckpunkt des Landkreises Trier-Saarburg.

Tourismus

Auf der deutschen Uferseite der Mosel zwischen Schloss Thorn und Konz bietet eine gut ausgeschilderte Elbling-Route Wanderern oder Fahrradfahrern eine Möglichkeit die Region auf eigene Faust zu entdecken. Die Igeler Säule als monumentales römisches Grabmal im gleichnamigen:\Users\Celine Winter\AppData\Local\Temp\Temp1_Texte.zip\deutsche Weinanbaugebiete\Baden Ort gehört zum UNESCO-Welterbe der römischen Baudenkmäler. Der römische Grabtempel „Grutenhäuschen“ aus dem 3. Jahrhundert steht ebenfalls in Igel inmitten von Weinbergen. Die reichen Römer bauten den Tempel mit der Ausrichtung zum nahegelegenen Trier, um sich von ihren Liebsten gebührend verabschieden zu können. Heute reisen viele Urlauber und Moselliebhaber mit einem Riesling im Gepäck zur Igeler Säule und dem Grutenhäuschen, um die römische Baukunst zu bewundern.

Elbling profitiert vom Pariser Becken Der Bereich Obermosel umfasst 723 Hektar und erreicht als „südliche Weinmosel“ gemeinsam mit dem Moseltor knapp 850 Hektar – also... mehr erfahren »
Fenster schließen

Elbling profitiert vom Pariser Becken

Der Bereich Obermosel umfasst 723 Hektar und erreicht als „südliche Weinmosel“ gemeinsam mit dem Moseltor knapp 850 Hektar – also ungefähr ein Zehntel Rebfläche des gesamten Anbaugebietes. Sie liegt im Dreiländereck bei Schengen und endet an der Saarmündung bei Trier. Die Obermosel ist der westliche Ausläufer von Eifel und Hunsrück und verläuft durch das Pariser Becken. Dabei profitiert der Weinbau, wie französische Weinregionen, von den fossilen Sedimentablagerungen, die an manchen Stellen bis 3.000 Meter betragen. Rund 60% der gesamten Rebfläche ist aus historischen Gründen mit rotem oder weisem Elbling bestockt – in Zahlen ausgedrückt 500 Hektar.

„Die Moselregion ist hier lieblicher, mediterraner“ – Dr. Baron von Hohe-Gelting

Neben dem Elbling gewinnen die Burgundersorten hier immer mehr an Bedeutung. Auf Muschelkalkböden fühlt sich der blaue, graue und auch der weiße Burgunder sehr wohl. Spätburgunder auf Rieslingböden? – Ja, das geht! Im Moment sind 3% Moselrebfläche damit bestockt und davon viele Flächen an der Obermosel. Fruchtige Aromen wie Sauerkirsche oder Brombeere gepaart mit einem sanften Schmelz sind typisch für einen Spätburgunder von den hiesigen Winzern. Der Elbling hingegen überzeugt als Wein, Winzersekt oder Crémant mit grünen Apfel- und Quittenaromen. Im Glas präsentiert er sich frisch, spritzig und unkompliziert. Die Moselwinzer kombinieren den Elbling sehr gerne mit einem herzhaften Winzervesper. Bei Räucherschinken und Käse läuft einem doch glatt das Wasser im Munde zusammen…

Flacher als in anderen Bereichen

Geographisch betrachtet ist die Obermosel ein 45 Kilometer langer Flussabschnitt. Sie bildet die natürliche deutsch-luxemburgische Grenze. Das Flussbett beginnt im Süden im Bereich Moseltor bei Perl und endet bei Konz mit der Einmündung der Saar unmittelbar vor Trier. Hier ist das Tal breiter als im Norden des Anbaugebietes. Die Hänge sind vergleichsweise weniger steil, wie man es sonst von der Mosel gewohnt ist. Dennoch gibt es einige Felsformationen aus hellem Dolomitgestein, die senkrecht aus dem Boden herausragen und seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Sie entstanden vor über 243 Millionen Jahren, als sich aus dem Muschelkalkmeer Dolomitbänke formten.

Gleiche Böden wie die Champagne

Die Mosel hat sich ihr Flussbett in die Landschaft hineingeschnitten, wodurch die typische Mosellandschaft mit Tälern und Hügeln entstanden ist.

Die Obermosel hat das große Privileg im Pariser Becken zu liegen, das sich vor mehr als 200 Millionen Jahren aus Muschelkalksedimenten gebildet hat. Somit wachsen die Rebstöcke auf ähnlichen Böden wie in dem bekannten französischen Anbaugebiet Champagne. Muschelkalkböden sind sehr nährstoffreich und sorgen für mineralische Weintypen.

Wein, der auf schweren Mergelböden gereift ist, verleiht dem Wein eine gute Säure. Keuperböden haben tonhaltige und tiefgründige Eigenschaften. Zudem trocknen sie durch ihr gutes Wasserhaltevermögen nicht aus, was die Weinberge vor Trockenstress und die Winzer vor Ertragsausfall bewahrt (quasi eine Win-Win-Situation). Das südliche, einzigartige milde Moselklima trägt zu einer langen Vegetationsphase und Reifezeit bei.

Ältestes Schlossweingut an der Mosel

Der Legende nach schätzten bereits die Römer den Elbling. 500 nach Christus fuhr der Römer Venatius Fortunatus durch den Bereich und rühmte die Region. Der damals bekannte Moseldichter Ausonius bschreibte die Obermosel als ein Fleckchen Erde, der „vom Himmel geliebt und von den Göttern bevorzugt“ wird. Doch lange vor den Galliern versuchten sich andere Völker und keltische Stämme wie etwa die Mediomatriker mit dem Weinbau an der Obermosel. Im Mittelalter setzte sich die Erfolgsgeschichte des Elblings fort. Im 13. Jahrhundert wurde das Schloss Thorn zum Schutz vor einer Furt der Obermosel errichtet. Im Laufe der Jahre beheimateten die Mauern verschiedene Adelsgeschlechter wie die Herren von Rollingen, später die Herren von Bübingen und die Herren von Musiel. Heute wird das Bauwerk als Schlossweingut genutzt – es ist das älteste an der Mosel. Der aktuelle Besitzer Dr. Baron von Hohe-Gelting ist davon überzeugt, dass in seinen Adern Wein fließt, wo bei anderen Blut ist. Schloss Thorn liegt 20 Kilometer östlich von der Luxemburgischen Grenze und ist der südwestlichste Eckpunkt des Landkreises Trier-Saarburg.

Tourismus

Auf der deutschen Uferseite der Mosel zwischen Schloss Thorn und Konz bietet eine gut ausgeschilderte Elbling-Route Wanderern oder Fahrradfahrern eine Möglichkeit die Region auf eigene Faust zu entdecken. Die Igeler Säule als monumentales römisches Grabmal im gleichnamigen:\Users\Celine Winter\AppData\Local\Temp\Temp1_Texte.zip\deutsche Weinanbaugebiete\Baden Ort gehört zum UNESCO-Welterbe der römischen Baudenkmäler. Der römische Grabtempel „Grutenhäuschen“ aus dem 3. Jahrhundert steht ebenfalls in Igel inmitten von Weinbergen. Die reichen Römer bauten den Tempel mit der Ausrichtung zum nahegelegenen Trier, um sich von ihren Liebsten gebührend verabschieden zu können. Heute reisen viele Urlauber und Moselliebhaber mit einem Riesling im Gepäck zur Igeler Säule und dem Grutenhäuschen, um die römische Baukunst zu bewundern.