Baden kann auch Riesling!

Wo Baden sonst durch die großartige Burgundervielfalt bekannt und beliebt ist, sticht ein Teilbereich Badens mit der repräsentativen deutschen Rebsorte hervor: die Ortenau mit ihrem Riesling. Landschaftlich wird in der Region rund um Offenburg eine bunte Vielfalt von Wäldern, Wiesen, Obstanlagen und Weinbergen geboten. Beim Naschen von dunkelroten, aromatischen Kirschen während einem Spaziergang auf einem der zahlreichen Wanderwege bietet sich die Möglichkeit die Rebblüte der Weinstöcke zu bewundern… und damit die Veranstaltung nicht so trocken wird, bietet sich dazu doch ein Gläschen Riesling an, oder?

Steilste Weinlage Europas – nicht zu verwechseln mit dem steilsten Weinberg Europas

Südlich von Offenburg beginnt der Weinbaubereich Ortenau. Er erstreckt sich entlang der A5 über Achern und Appenweier bis hin zu den Toren Baden-Badens. Die Boden- und Gesteinsschichten wurden aufgrund der Plattentektonik in mehreren Millionen Jahren aufeinandergepresst, wodurch das südwestdeutsche Stufenland entstanden ist. Zwischen dieser besonderen Landschaft am rechten Oberrhein und der Vorbergszone des Schwarzwalds gehen die hügeligen Weinberge nahtlos in die massiven Wälder über. Wie die anderen Bereiche Badens ist dieses Gebiet mit durchschnittlich 1.700 Stunden Sonnenschein reich beschenkt. Um die Sonneneinstrahlung noch intensiver zu nutzen und natürlich auch, weil die Gegebenheiten es nicht anders erlauben, liegen viele Rebparzellen am Steilhang. Bei Bühl steht die steilste Weinlage Europas. Bis zu stolzen 75° Neigung kann der bühlertaler Engelsfelsen aufweisen, dessen Namen er seiner Weinbergsform zu verdanken hat. Die Weinbergsarbeit ist hier aufwändig und gefährlich. Alle Arbeiten müssen von Hand erfolgen, von der Pflanzung über Laubarbeiten bis hin zur Lese. Nur noch wenige Winzer nehmen diese Mühe auf sich. Aus diesem Grund gilt der Bremmer Calmont an der Mosel unter anderem wegen der höheren Bewirtschaftungsquote offiziell als steilster Weinberg Europas.

„Cool Climate“ für den Riesling

Dank des milden Klimas bringt die Region leichte und fruchtige, aber dennoch stoffige und strukturierte Weintypen hervor. Mit der höchsten Niederschlagsrate von den ganzen 13 Qualitätsweinanbaugebieten bekommen die Rebstöcke genügend Wasser Jahr für Jahr. Besonders dem Riesling kommt das „Cool Climate“ zugute: Hierbei spricht der Oenologe von einem kontinentalen Einfluss, also kühlen Nächten in Kombination mit warmen bis hin zu heißen Tagestemperaturen. Im Frühjahr sind Fröste nicht ausgeschlossen, die die bevorstehende Erntemenge verringern könnten. Doch besonders während der Reifeperiode der Traube profitieren die Beeren tagsüber von der Wärme, um natürlichen Zucker zu bilden. Da es in der Nacht verhältnismäßig sehr kalt wird, gehen dabei die Säure und Aromastoffe nicht verloren, von der ein Riesling lebt.

Die Reben reifen auf mineralischen Skelettböden mit fruchtbarem Lössanteil. In Durbach sind die Weinberge hauptsächlich auf Granitverwitterungsboden angepflanzt, der hervorragende Burgunder und Rieslinge hervorbringt.

Wichtige und bedeutende Rebsorten

Auf 2.700 Hektar steht unter Anderem den blauen Spätburgunder, der als Aristokrat unter den Rotweinen gilt. Der Clevner ist hierzulande ein Synonym der Traminersorte: mit seinen filigranen Nuss-, Vanille- oder Honigaromen überzeugt er spätestens beim Probieren den letzten Zweifler. Doch seit über 225 Jahren schenken die Ortenauer Winzer dem An- und Ausbau der meistbekannten deutschen Weißweinsorte ihre Aufmerksamkeit: dem Riesling. In zwei Oberkircher Spitzenlagen liegt der Ursprung des Synonyms „Klingelberger“. Das bedeutet, dass den Winzern die optimale Standortbedingung schon damals bewusst war und sie mit ihrem Wein vom „Klingelberg“ einzigartige Tropfen erzeugten. Der Begriff wird heute allerdings auch für Rieslinge aus anderen Gemeinden der Ortenau genutzt. Überzeugt euch doch einmal selbst von den Tropfen der Region – Probiert den Riesling Kabinett trocken der Alde-Gott-Winzern aus Sasbachwalden aus unserem Sortiment!

Anpflanzung des ersten sortenreinen Rieslings

Die Schlösser in der Gegend begründen eine nahezu Jahrtausend alte Weinkultur. Die dort hinterlegten Urkunden der Grafen und Herzogen bestätigen dies. Von dem Synonym des Rieslings „Klingelberg“ wird in der Nähe des Schloss Staufenbergs in Durbach vom Markgraf Karl Friedrich von Baden im Jahre 1782 zum ersten Mal berichtet. Dieser lies den ersten sortenreinen Rieslingweinberg Badens auf dem Klingelberg pflanzen, um der Königin der weißen Rebsorten die verdiente Ehre zu erweisen. Eine beim Kinzigtal von Reben bepflanzte Erhebung bei Ortenberg, wo heute das Schloss Ortenberg steht, ist die Namensgeberin dieses Bereiches.

Im Tal der 42 Hügel

Der Monat Mai ist neben den etlichen Weinfesten im Herbst mit über 130 Veranstaltungen die Weinsaison der Ortenau. Neben Weinproben und Kellerführungen in Weingütern und Genossenschaften ist der Bereich Gastgeber der badischen Weinmesse Anfang Mai in Offenburg. Während der Blütenpracht präsentieren Künstler ihre Werke bei einem Glas Burgunder inmitten der Weinberge.

Wanderer können Sehenswürdigkeiten mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region verbinden – es bleibt Ihnen überlassen, ob sie auf asphaltierten Wegen die Schönheit der Ortenau erkunden oder den Bühlertaler Engelsfels erklimmen. Bei letzterem wird man mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt und hat die Möglichkeit im Weinbergsmuseum den historischen Weinbau kennen zu lernen.

Als Geheimtipp gilt Durbach, auch unter dem „Tal der 42 Hügel“ bekannt. Die Winzer sind aufgrund der Steillagen auf Handarbeit angewiesen. Doch das nehmen sie in Kauf, da sie gleichzeitig von dem oben genannten Cool Climate profitieren können und somit Weltklasse Rieslinge hervorbringen. 2017 hat der Durbacher Winzer Alexander Laible den Feinschmecker-Award in der Kategorie Weinkollektion des Jahres das erste Mal nach Baden geholt – das spricht für sich!

 Von der Terrasse des Schloss Staufenbergs hat man einen einzigartigen Blick über Durbach und in der Ferne entdeckt man die Türme des Straßburger Münsters.

Baden kann auch Riesling! Wo Baden sonst durch die großartige Burgundervielfalt bekannt und beliebt ist, sticht ein Teilbereich Badens mit der repräsentativen deutschen Rebsorte... mehr erfahren »
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Baden kann auch Riesling!

Wo Baden sonst durch die großartige Burgundervielfalt bekannt und beliebt ist, sticht ein Teilbereich Badens mit der repräsentativen deutschen Rebsorte hervor: die Ortenau mit ihrem Riesling. Landschaftlich wird in der Region rund um Offenburg eine bunte Vielfalt von Wäldern, Wiesen, Obstanlagen und Weinbergen geboten. Beim Naschen von dunkelroten, aromatischen Kirschen während einem Spaziergang auf einem der zahlreichen Wanderwege bietet sich die Möglichkeit die Rebblüte der Weinstöcke zu bewundern… und damit die Veranstaltung nicht so trocken wird, bietet sich dazu doch ein Gläschen Riesling an, oder?

Steilste Weinlage Europas – nicht zu verwechseln mit dem steilsten Weinberg Europas

Südlich von Offenburg beginnt der Weinbaubereich Ortenau. Er erstreckt sich entlang der A5 über Achern und Appenweier bis hin zu den Toren Baden-Badens. Die Boden- und Gesteinsschichten wurden aufgrund der Plattentektonik in mehreren Millionen Jahren aufeinandergepresst, wodurch das südwestdeutsche Stufenland entstanden ist. Zwischen dieser besonderen Landschaft am rechten Oberrhein und der Vorbergszone des Schwarzwalds gehen die hügeligen Weinberge nahtlos in die massiven Wälder über. Wie die anderen Bereiche Badens ist dieses Gebiet mit durchschnittlich 1.700 Stunden Sonnenschein reich beschenkt. Um die Sonneneinstrahlung noch intensiver zu nutzen und natürlich auch, weil die Gegebenheiten es nicht anders erlauben, liegen viele Rebparzellen am Steilhang. Bei Bühl steht die steilste Weinlage Europas. Bis zu stolzen 75° Neigung kann der bühlertaler Engelsfelsen aufweisen, dessen Namen er seiner Weinbergsform zu verdanken hat. Die Weinbergsarbeit ist hier aufwändig und gefährlich. Alle Arbeiten müssen von Hand erfolgen, von der Pflanzung über Laubarbeiten bis hin zur Lese. Nur noch wenige Winzer nehmen diese Mühe auf sich. Aus diesem Grund gilt der Bremmer Calmont an der Mosel unter anderem wegen der höheren Bewirtschaftungsquote offiziell als steilster Weinberg Europas.

„Cool Climate“ für den Riesling

Dank des milden Klimas bringt die Region leichte und fruchtige, aber dennoch stoffige und strukturierte Weintypen hervor. Mit der höchsten Niederschlagsrate von den ganzen 13 Qualitätsweinanbaugebieten bekommen die Rebstöcke genügend Wasser Jahr für Jahr. Besonders dem Riesling kommt das „Cool Climate“ zugute: Hierbei spricht der Oenologe von einem kontinentalen Einfluss, also kühlen Nächten in Kombination mit warmen bis hin zu heißen Tagestemperaturen. Im Frühjahr sind Fröste nicht ausgeschlossen, die die bevorstehende Erntemenge verringern könnten. Doch besonders während der Reifeperiode der Traube profitieren die Beeren tagsüber von der Wärme, um natürlichen Zucker zu bilden. Da es in der Nacht verhältnismäßig sehr kalt wird, gehen dabei die Säure und Aromastoffe nicht verloren, von der ein Riesling lebt.

Die Reben reifen auf mineralischen Skelettböden mit fruchtbarem Lössanteil. In Durbach sind die Weinberge hauptsächlich auf Granitverwitterungsboden angepflanzt, der hervorragende Burgunder und Rieslinge hervorbringt.

Wichtige und bedeutende Rebsorten

Auf 2.700 Hektar steht unter Anderem den blauen Spätburgunder, der als Aristokrat unter den Rotweinen gilt. Der Clevner ist hierzulande ein Synonym der Traminersorte: mit seinen filigranen Nuss-, Vanille- oder Honigaromen überzeugt er spätestens beim Probieren den letzten Zweifler. Doch seit über 225 Jahren schenken die Ortenauer Winzer dem An- und Ausbau der meistbekannten deutschen Weißweinsorte ihre Aufmerksamkeit: dem Riesling. In zwei Oberkircher Spitzenlagen liegt der Ursprung des Synonyms „Klingelberger“. Das bedeutet, dass den Winzern die optimale Standortbedingung schon damals bewusst war und sie mit ihrem Wein vom „Klingelberg“ einzigartige Tropfen erzeugten. Der Begriff wird heute allerdings auch für Rieslinge aus anderen Gemeinden der Ortenau genutzt. Überzeugt euch doch einmal selbst von den Tropfen der Region – Probiert den Riesling Kabinett trocken der Alde-Gott-Winzern aus Sasbachwalden aus unserem Sortiment!

Anpflanzung des ersten sortenreinen Rieslings

Die Schlösser in der Gegend begründen eine nahezu Jahrtausend alte Weinkultur. Die dort hinterlegten Urkunden der Grafen und Herzogen bestätigen dies. Von dem Synonym des Rieslings „Klingelberg“ wird in der Nähe des Schloss Staufenbergs in Durbach vom Markgraf Karl Friedrich von Baden im Jahre 1782 zum ersten Mal berichtet. Dieser lies den ersten sortenreinen Rieslingweinberg Badens auf dem Klingelberg pflanzen, um der Königin der weißen Rebsorten die verdiente Ehre zu erweisen. Eine beim Kinzigtal von Reben bepflanzte Erhebung bei Ortenberg, wo heute das Schloss Ortenberg steht, ist die Namensgeberin dieses Bereiches.

Im Tal der 42 Hügel

Der Monat Mai ist neben den etlichen Weinfesten im Herbst mit über 130 Veranstaltungen die Weinsaison der Ortenau. Neben Weinproben und Kellerführungen in Weingütern und Genossenschaften ist der Bereich Gastgeber der badischen Weinmesse Anfang Mai in Offenburg. Während der Blütenpracht präsentieren Künstler ihre Werke bei einem Glas Burgunder inmitten der Weinberge.

Wanderer können Sehenswürdigkeiten mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region verbinden – es bleibt Ihnen überlassen, ob sie auf asphaltierten Wegen die Schönheit der Ortenau erkunden oder den Bühlertaler Engelsfels erklimmen. Bei letzterem wird man mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt und hat die Möglichkeit im Weinbergsmuseum den historischen Weinbau kennen zu lernen.

Als Geheimtipp gilt Durbach, auch unter dem „Tal der 42 Hügel“ bekannt. Die Winzer sind aufgrund der Steillagen auf Handarbeit angewiesen. Doch das nehmen sie in Kauf, da sie gleichzeitig von dem oben genannten Cool Climate profitieren können und somit Weltklasse Rieslinge hervorbringen. 2017 hat der Durbacher Winzer Alexander Laible den Feinschmecker-Award in der Kategorie Weinkollektion des Jahres das erste Mal nach Baden geholt – das spricht für sich!

 Von der Terrasse des Schloss Staufenbergs hat man einen einzigartigen Blick über Durbach und in der Ferne entdeckt man die Türme des Straßburger Münsters.