Riesling, Riesling und nochmals Riesling

Die Saar ist nicht nur der größte Nebenfluss der Mosel, sondern auch ein Weinbaubereich des Anbaugebiets Mosel. Von Serrig bis zur Mündung der Saar in die Mosel bei Konz wachsen auf ungefähr 30 Kilometer die Weintrauben entlang des Flussufers oder in Seitentälern. In Zahlen sind das 773 Hektar. Davon ist die Fläche mit 80% Riesling bestockt. Der Müller-Thurgau, Weißburgunder und Spätburgunder ergänzen häufig das Weingutssortiment. Auch als das Anbaugebiet im Jahr 2007 von „Mosel-Saar-Ruwer“ in „Mosel“ umbenannt wurde, spielt die Saar als Teilbereich bis heute eine große Rolle.

„Einer der überragenden Weißweine der Welt, der Schluck für Schluck bezaubert.“ – Hugh Johnson

Durch die Rekultivierung alter Lagen, die wegen ihren steilen Hängen gar unmöglich für die Bewirtschaftung waren, stieg die Weinfläche wieder an. Nun ist es den Winzern möglich (diese zu kultivieren) dort wieder Weinbau zu betreiben. Die Saar beheimatet einige weltweit bekannte Weinbergslagen wie beispielsweise der Wiltlinger Scharzhofberg. Die Weine überzeugen mit Zitrusaromen in Kombination mit einer Feinheit und Mineralität, dass sogar der letzte Saarweinkritiker umgestimmt wird! Die Weine sind so hoch angesehen, dass bei der jährlichen Weinversteigerung in Trier zahlreiche Trockenbeerenauslesen oder Weine aus großen Lagen für mehr als 6.000 Euro pro Flasche verkauft werden.

Einfach mal abschalten…

Die Flächen des Saarweins liegen unmittelbar am Flussbereich sowie auch an klimatisch begünstigten Südhängen von Seitentälern. Sie prägen damit sehr stark das Landschaftsbild. Der alte Flussarm der Saar wurde vor einiger Zeit renaturiert. Die Wiederherstellung des naturnahen Lebensraums hat viele Bewunderer und eine atemberaubende Flora und Fauna angesiedelt. Aufgrund seiner Schönheit ist dieser Teil der Saar zum Naturschutzgebiet mit überregionaler Bedeutung ernannt worden. Heute besteht die Möglichkeit den Altarm per Kanu zu erkunden oder wie es Saarliebhaber nennen: „sich eine Auszeit vom Alltag nehmen“.

Optimale Bedingungen für den Rieslinganbau

Das Saartal liegt etwas höher als die anderen Teilbereiche. Im Klartext bedeutet das, dass die Saarweine einen Vorteil bezüglich des „Cool Climate“ haben. Aber was ist das? Cool Climate beschreibt Regionen mit kontinentalen Einflüssen, also heißen Tagen und kühlen Nächten. Je höher die Region liegt, desto stärker ist das Cool Climate ausgeprägt. Also trifft die Königin der deutschen Rebsorten, der Riesling, hier auf optimale klimatische Reifebedingungen, um die typische und spritzige Säure auszubilden. 500-600 mm Niederschläge sind keine Seltenheit für solche Regionen. Allerdings muss der Winzer die erhöhte Gefahr von Spätfrösten in Kauf nehmen. Je früher die Reben mit dem Austrieb ihrer Blätter beginnen, desto nervöser wird der Winzer. Ab Mitte Mai nimmt die Spätfrostgefahr ab und die Frosttoleranz der jungen Triebe an der Rebe zu. Zum Glück wurden die Weinflächen in den letzten Jahren vor solchen Witterungsbedingungen im großen Stil verschont. Aufgrund der langen Vegetationsperiode ernten die Winzer bis in den November hinein extraktreiche Trauben.

Der Vorteil des Devonschiefers

Die Reben stehen auf dunklem, über 400 Millionen Jahre alten Devonschiefer. Die leicht zerbrechlichen Schieferplatten sind hervorragende Wärmespeicher: Sie speichern die Wärme vom Vortag und geben diese in kühlen Nächten an die Umgebungsluft ab. Nicht zu vergessen ist die typische Mineralität eines jeden Weins, der auf Schieferböden gewachsen ist.

Saarrieslinge: einst die teuersten Weine der Welt

Seit den Römern wachsen an den Steilhängen der Saar Reben. Vor rund 100 Jahren zählten die Saargewächse zu den teuersten Tropfen der Welt. In Weinkarten von Hotels und Restaurants standen keine Weine aus dem französischen Burgund oder Bordeaux auf der Karte, sondern Riesling von der Mosel, Saar und Ruwer. Doch Weltkriege, politische Unstimmigkeiten und viele aufeinanderfolgende Jahre mit schlechten Witterungsverhältnissen brachten die Blütezeit zum Einbruch. Besonders im Jahr 2010 sorgte Kanzem an der Saar für Aufmerksamkeit, als Günther Jauch das Weingut von Othegraven aus der Verwandtschaft übernahm. Zahlreiche Interessierte zieht es seitdem in den Teilbereich der Mosel. Auch heute sind Saarrieslinge wieder in renommierten Gastronomiebetrieben gelistet.

Tourismus

Ein beliebtes Reiseziel ist Saarburg: Urige, verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, die Burgruine und der 20 Meter hohe Wasserfall inmitten der Stadt versprühen einen einzigartigen Charme. Bei Saarburg startet der lehrreiche Wanderpfad nach Ayl, wo viele schöne Punkte der Region passiert werden. Die Saar-Riesling-Wanderroute führt an berühmten Weinbergen vorbei und verspricht bei gutem Wetter schöne Aussichten. So erhascht man bei blauem Himmel und strahlenden Sonnenschein vom Saarbogen eine wunderschöne Aussicht. Wer einen Panoramablick von der Saarregion ergattern möchte, ist bei der Aussichtsplattform der Klause von Kastel goldrichtig. Zudem weist das jahrhundertalte Refugium auf damalige politische Machtverhältnisse und auf Einflüsse bis hin ins 13. Jahrhundert zurück. In Kombination mit einem Glas Riesling ist der Ausblick gleich doppelt so schön - versprochen!

Riesling, Riesling und nochmals Riesling Die Saar ist nicht nur der größte Nebenfluss der Mosel, sondern auch ein Weinbaubereich des Anbaugebiets Mosel. Von Serrig bis zur... mehr erfahren »
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Riesling, Riesling und nochmals Riesling

Die Saar ist nicht nur der größte Nebenfluss der Mosel, sondern auch ein Weinbaubereich des Anbaugebiets Mosel. Von Serrig bis zur Mündung der Saar in die Mosel bei Konz wachsen auf ungefähr 30 Kilometer die Weintrauben entlang des Flussufers oder in Seitentälern. In Zahlen sind das 773 Hektar. Davon ist die Fläche mit 80% Riesling bestockt. Der Müller-Thurgau, Weißburgunder und Spätburgunder ergänzen häufig das Weingutssortiment. Auch als das Anbaugebiet im Jahr 2007 von „Mosel-Saar-Ruwer“ in „Mosel“ umbenannt wurde, spielt die Saar als Teilbereich bis heute eine große Rolle.

„Einer der überragenden Weißweine der Welt, der Schluck für Schluck bezaubert.“ – Hugh Johnson

Durch die Rekultivierung alter Lagen, die wegen ihren steilen Hängen gar unmöglich für die Bewirtschaftung waren, stieg die Weinfläche wieder an. Nun ist es den Winzern möglich (diese zu kultivieren) dort wieder Weinbau zu betreiben. Die Saar beheimatet einige weltweit bekannte Weinbergslagen wie beispielsweise der Wiltlinger Scharzhofberg. Die Weine überzeugen mit Zitrusaromen in Kombination mit einer Feinheit und Mineralität, dass sogar der letzte Saarweinkritiker umgestimmt wird! Die Weine sind so hoch angesehen, dass bei der jährlichen Weinversteigerung in Trier zahlreiche Trockenbeerenauslesen oder Weine aus großen Lagen für mehr als 6.000 Euro pro Flasche verkauft werden.

Einfach mal abschalten…

Die Flächen des Saarweins liegen unmittelbar am Flussbereich sowie auch an klimatisch begünstigten Südhängen von Seitentälern. Sie prägen damit sehr stark das Landschaftsbild. Der alte Flussarm der Saar wurde vor einiger Zeit renaturiert. Die Wiederherstellung des naturnahen Lebensraums hat viele Bewunderer und eine atemberaubende Flora und Fauna angesiedelt. Aufgrund seiner Schönheit ist dieser Teil der Saar zum Naturschutzgebiet mit überregionaler Bedeutung ernannt worden. Heute besteht die Möglichkeit den Altarm per Kanu zu erkunden oder wie es Saarliebhaber nennen: „sich eine Auszeit vom Alltag nehmen“.

Optimale Bedingungen für den Rieslinganbau

Das Saartal liegt etwas höher als die anderen Teilbereiche. Im Klartext bedeutet das, dass die Saarweine einen Vorteil bezüglich des „Cool Climate“ haben. Aber was ist das? Cool Climate beschreibt Regionen mit kontinentalen Einflüssen, also heißen Tagen und kühlen Nächten. Je höher die Region liegt, desto stärker ist das Cool Climate ausgeprägt. Also trifft die Königin der deutschen Rebsorten, der Riesling, hier auf optimale klimatische Reifebedingungen, um die typische und spritzige Säure auszubilden. 500-600 mm Niederschläge sind keine Seltenheit für solche Regionen. Allerdings muss der Winzer die erhöhte Gefahr von Spätfrösten in Kauf nehmen. Je früher die Reben mit dem Austrieb ihrer Blätter beginnen, desto nervöser wird der Winzer. Ab Mitte Mai nimmt die Spätfrostgefahr ab und die Frosttoleranz der jungen Triebe an der Rebe zu. Zum Glück wurden die Weinflächen in den letzten Jahren vor solchen Witterungsbedingungen im großen Stil verschont. Aufgrund der langen Vegetationsperiode ernten die Winzer bis in den November hinein extraktreiche Trauben.

Der Vorteil des Devonschiefers

Die Reben stehen auf dunklem, über 400 Millionen Jahre alten Devonschiefer. Die leicht zerbrechlichen Schieferplatten sind hervorragende Wärmespeicher: Sie speichern die Wärme vom Vortag und geben diese in kühlen Nächten an die Umgebungsluft ab. Nicht zu vergessen ist die typische Mineralität eines jeden Weins, der auf Schieferböden gewachsen ist.

Saarrieslinge: einst die teuersten Weine der Welt

Seit den Römern wachsen an den Steilhängen der Saar Reben. Vor rund 100 Jahren zählten die Saargewächse zu den teuersten Tropfen der Welt. In Weinkarten von Hotels und Restaurants standen keine Weine aus dem französischen Burgund oder Bordeaux auf der Karte, sondern Riesling von der Mosel, Saar und Ruwer. Doch Weltkriege, politische Unstimmigkeiten und viele aufeinanderfolgende Jahre mit schlechten Witterungsverhältnissen brachten die Blütezeit zum Einbruch. Besonders im Jahr 2010 sorgte Kanzem an der Saar für Aufmerksamkeit, als Günther Jauch das Weingut von Othegraven aus der Verwandtschaft übernahm. Zahlreiche Interessierte zieht es seitdem in den Teilbereich der Mosel. Auch heute sind Saarrieslinge wieder in renommierten Gastronomiebetrieben gelistet.

Tourismus

Ein beliebtes Reiseziel ist Saarburg: Urige, verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, die Burgruine und der 20 Meter hohe Wasserfall inmitten der Stadt versprühen einen einzigartigen Charme. Bei Saarburg startet der lehrreiche Wanderpfad nach Ayl, wo viele schöne Punkte der Region passiert werden. Die Saar-Riesling-Wanderroute führt an berühmten Weinbergen vorbei und verspricht bei gutem Wetter schöne Aussichten. So erhascht man bei blauem Himmel und strahlenden Sonnenschein vom Saarbogen eine wunderschöne Aussicht. Wer einen Panoramablick von der Saarregion ergattern möchte, ist bei der Aussichtsplattform der Klause von Kastel goldrichtig. Zudem weist das jahrhundertalte Refugium auf damalige politische Machtverhältnisse und auf Einflüsse bis hin ins 13. Jahrhundert zurück. In Kombination mit einem Glas Riesling ist der Ausblick gleich doppelt so schön - versprochen!