Der kleinste Weinbaubereich Deutschlands

Der Bereich liegt mit 20 Hektar rechtsrheinisch im Norden des Mittelrheins bei Königswinter und Rhöndorf, also südöstlich von Bonn. Mehr als 50 Berge und Hügel gehören zum Siebengebirge, das durch vulkanische Aktivitäten vor langer Zeit entstanden ist. Die gesamte Region gehört zum gleichnamigen Naturpark, für den strenge Voraussetzungen in Bezug auf den Umgang mit der Natur gelten. Einer der drei Weingutsbesitzer der Region drückt die Faszination des Siebengebirgsweins wie folgt aus: „Unser Siebengebirgswein - rassig, herzhaft, aromatisch und fein – ist das Produkt einer umweltbewusst gepflegten Landschaft.“ Dabei spricht er hauptsächlich vom Riesling, der flächenmäßig am meisten vertreten ist. Doch auch seltene Rebsorten wie beispielsweise die seit 1971 eingetragene weiße Sorte Optima werden hier angepflanzt.

Klein aber Oho!

Wie auch im Loreleytal ging die Rebfläche drastisch zurück, genauso wurde das Siebengebirge wenig verschont. Von einer stattlichen Weinbaufläche von 485 Hektar sind heute 20 Hektar übrig geblieben. Ein Grund war die mühselige Bewirtschaftung: in Steillagen sind wenige bis überhaupt keine Arbeitsschritte mechanisch zu bewältigen. Aus diesem Grund muss sich der Winzer mit der Wirtschaftlichkeit der Weinberge auseinandersetzen. Zudem haben viele Winzer in der Familie keine Nachfolger für den Weinbaubetrieb gefunden. Deswegen werden heute viele Weinberge nicht mehr bewirtschaftet. Umso stolzer sind die Winzer auf ihre 20 verbliebenen Hektar, die hauptsächlich von drei Weingütern bewirtschaftet werden. Die Parzellen liegen bei Oberdollendorf, Königswinter und Rhöndorf. Die Großlage Petersberg gliedert sich in Einzellagen, darunter auch in den berühmten Königswinterer und Rhöndorfer Drachenfels. Hier liegen die Weinberge in einer Höhe zwischen 60 und 140 Meter, die durch die südliche Hangneigung von der Sonne besonders verwöhnt werden. Die Rotweine vom Drachenfels werden unter dem Synonym „Drachenblut“ verkauft und genießen einen weltklasse Ruf.

Weinbau dank Kölner Bucht

Die Weinberge stehen allesamt in der Kölner Bucht. Daran gliedert sich das rheinische Schiefergebirge, das in Terrassen stufenweise verlaufende Südbergland im Osten und die Eifel im Westen. Das milde Klima ist der Einsenkung der Bucht zu verdanken, welches den Weinbau erst möglich macht. Helles und kalkreiches Trachytgestein als dichtes vulkanisches Ergussgestein entstand, als die Vulkanfelder der Osteifel und des Siebengebirges bei Bonn noch aktiv waren. Trachyttuff gleicht dabei der Struktur des Trachyt. Beim Vulkanausbruch entstand aus lockerem Aschematerial poröser Tuff.

Grauwackeböden sind sehr tonhaltig. Als Verwitterungsboden mit hohem Steinanteil prägt die Reben, die auf ihm wachsen, den Weinstil sehr. Die hohen Anteile an Gesteinsbruchstücken, vor allem Tonschiefer und Quarzite, bringen mineralische und elegante Weine hervor.

Römer entdeckten Bodenschätze

Die Römer waren es, die das Kastell „Bodobrica“ gründeten und dort wohnhaft wurden. Im Laufe der Jahre änderte sich der Name in „castra bonnensia“- die Rede ist von der Stadt Bonn. Sie wurden zum ersten Mal auf die wertvollen Bodenschätze des Mittelrheins aufmerksam. Dass weiter im Norden, kurz vor Bonn, der Weinbau ebenso möglich war, entdeckten sie ebenfalls. Im Mittelalter pflegten die Zisterziensermönche die Weinberge weiter und verarbeiteten das Lesegut zu Wein. Die Mönche des Kloster Heisterbach setzten im 12. Jahrhundert neue Impulse, wodurch die Gemeinde Oberdollendorf dieser Zeit den Wohlstand verdankte.

Ausschalten – ein!

Rund um die Weinlage Drachenfels erstreckt sich ein erholsames Urlaubsgebiet. Wanderwege, die an den Rheinsteig grenzen oder Weinlehrpfade laden ein, den Alltag hinter sich zu lassen.

Königswinter zählt zu den Kulturregionen von Köln und Bonn. Das Naturparkhaus des Naturparks Siebengebirge gibt Informationen über die Geologie, Geschichte, Biologie sowie über den Naturschutz, welcher heute immer wichtiger wird. Die Stiftung des Bundeskanzler-Adeneuer-Hauses in Rhöndorf pflegt das Haus des Altkanzlers und erlaubt bei geleiteten Führungen Einblicke in das Wohnhaus des Politikers, Staatsmanns und großen Europäers.

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Der kleinste Weinbaubereich Deutschlands

Der Bereich liegt mit 20 Hektar rechtsrheinisch im Norden des Mittelrheins bei Königswinter und Rhöndorf, also südöstlich von Bonn. Mehr als 50 Berge und Hügel gehören zum Siebengebirge, das durch vulkanische Aktivitäten vor langer Zeit entstanden ist. Die gesamte Region gehört zum gleichnamigen Naturpark, für den strenge Voraussetzungen in Bezug auf den Umgang mit der Natur gelten. Einer der drei Weingutsbesitzer der Region drückt die Faszination des Siebengebirgsweins wie folgt aus: „Unser Siebengebirgswein - rassig, herzhaft, aromatisch und fein – ist das Produkt einer umweltbewusst gepflegten Landschaft.“ Dabei spricht er hauptsächlich vom Riesling, der flächenmäßig am meisten vertreten ist. Doch auch seltene Rebsorten wie beispielsweise die seit 1971 eingetragene weiße Sorte Optima werden hier angepflanzt.

Klein aber Oho!

Wie auch im Loreleytal ging die Rebfläche drastisch zurück, genauso wurde das Siebengebirge wenig verschont. Von einer stattlichen Weinbaufläche von 485 Hektar sind heute 20 Hektar übrig geblieben. Ein Grund war die mühselige Bewirtschaftung: in Steillagen sind wenige bis überhaupt keine Arbeitsschritte mechanisch zu bewältigen. Aus diesem Grund muss sich der Winzer mit der Wirtschaftlichkeit der Weinberge auseinandersetzen. Zudem haben viele Winzer in der Familie keine Nachfolger für den Weinbaubetrieb gefunden. Deswegen werden heute viele Weinberge nicht mehr bewirtschaftet. Umso stolzer sind die Winzer auf ihre 20 verbliebenen Hektar, die hauptsächlich von drei Weingütern bewirtschaftet werden. Die Parzellen liegen bei Oberdollendorf, Königswinter und Rhöndorf. Die Großlage Petersberg gliedert sich in Einzellagen, darunter auch in den berühmten Königswinterer und Rhöndorfer Drachenfels. Hier liegen die Weinberge in einer Höhe zwischen 60 und 140 Meter, die durch die südliche Hangneigung von der Sonne besonders verwöhnt werden. Die Rotweine vom Drachenfels werden unter dem Synonym „Drachenblut“ verkauft und genießen einen weltklasse Ruf.

Weinbau dank Kölner Bucht

Die Weinberge stehen allesamt in der Kölner Bucht. Daran gliedert sich das rheinische Schiefergebirge, das in Terrassen stufenweise verlaufende Südbergland im Osten und die Eifel im Westen. Das milde Klima ist der Einsenkung der Bucht zu verdanken, welches den Weinbau erst möglich macht. Helles und kalkreiches Trachytgestein als dichtes vulkanisches Ergussgestein entstand, als die Vulkanfelder der Osteifel und des Siebengebirges bei Bonn noch aktiv waren. Trachyttuff gleicht dabei der Struktur des Trachyt. Beim Vulkanausbruch entstand aus lockerem Aschematerial poröser Tuff.

Grauwackeböden sind sehr tonhaltig. Als Verwitterungsboden mit hohem Steinanteil prägt die Reben, die auf ihm wachsen, den Weinstil sehr. Die hohen Anteile an Gesteinsbruchstücken, vor allem Tonschiefer und Quarzite, bringen mineralische und elegante Weine hervor.

Römer entdeckten Bodenschätze

Die Römer waren es, die das Kastell „Bodobrica“ gründeten und dort wohnhaft wurden. Im Laufe der Jahre änderte sich der Name in „castra bonnensia“- die Rede ist von der Stadt Bonn. Sie wurden zum ersten Mal auf die wertvollen Bodenschätze des Mittelrheins aufmerksam. Dass weiter im Norden, kurz vor Bonn, der Weinbau ebenso möglich war, entdeckten sie ebenfalls. Im Mittelalter pflegten die Zisterziensermönche die Weinberge weiter und verarbeiteten das Lesegut zu Wein. Die Mönche des Kloster Heisterbach setzten im 12. Jahrhundert neue Impulse, wodurch die Gemeinde Oberdollendorf dieser Zeit den Wohlstand verdankte.

Ausschalten – ein!

Rund um die Weinlage Drachenfels erstreckt sich ein erholsames Urlaubsgebiet. Wanderwege, die an den Rheinsteig grenzen oder Weinlehrpfade laden ein, den Alltag hinter sich zu lassen.

Königswinter zählt zu den Kulturregionen von Köln und Bonn. Das Naturparkhaus des Naturparks Siebengebirge gibt Informationen über die Geologie, Geschichte, Biologie sowie über den Naturschutz, welcher heute immer wichtiger wird. Die Stiftung des Bundeskanzler-Adeneuer-Hauses in Rhöndorf pflegt das Haus des Altkanzlers und erlaubt bei geleiteten Führungen Einblicke in das Wohnhaus des Politikers, Staatsmanns und großen Europäers.