Badens nördlichster Bereich

Als nördlichster der neun Bereiche Badens erstreckt sich die Tauberfrankenregion über 80 Kilometer von Rothenburg bis zur Mündung der Tauber in den Main.

Der Flussverlauf der Tauber erlaubt hier nur im Ausnahmefall Südlagen am Ufer. Aus diesem Grund liegen die meisten Weinberge in Seitentälern in moderaten Höhenlagen zwischen 150-340 Metern. Die meisten davon sind auf südlicher Lage der Sonne zugeneigt. Die Landschaft der Region ist auf das erdgeschichtliche Zeitalter des Triars vor über 200 Millionen Jahren zurückzuführen: in dieser Zeit hat sich das germanische Becken abgesenkt. Durch die starken Schwankungen des Meeresspiegels hat sich der damals vorherrschende Buntsandstein angelagert. Im Laufe von Millionen von Jahren hat sich der Muschelkalk abgesetzt, sodass die Winzer heute von einer unteren, mittleren und oberen Schicht sprechen, wenn sie ihr Bodengefüge beschreiben. Die Zerteilung vor ca. 10.000 Jahren gab dem Bereich die Form, wie wir sie heute kennen: viele kleine Täler prägen die Landschaft.

Die Qualität entsteht im Weinberg

Auf 640 Hektar dominieren Müller-Thurgau und Schwarzriesling. Eine kurze Vegetationszeit sowie die frühe Reife dieser Sorten führen dazu, dass der Weinstock Jahr für Jahr im Weinberg gesunde Trauben hervorbringt. Der Schwarzriesling ist bekannt als fruchtbetonter, duftender Rotwein mit einem vollen Beerenaroma. Die moderate Würze im Geschmack trägt zu einem runden Gesamtbild bei. Die Müller-Thurgau-Weine aus Tauberfranken liefern feine, duftige Blumenaromen. Direkt angrenzend an die Weinbauregion Franken wird auch in Tauberfranken der Silvaner angepflanzt. Durch die mineralhaltigen Böden wirkt er jedoch meist leichter als im Norden Badens. Ein besonderer Schatz ist hier eine lokale, historisch eingebürgerte Rebsorte: der Tauberschwarz. Wegen dem schwachen Ertrag über Jahre hinweg war er beinahe vergessen -doch als vollfruchtiger, relativ dunkler Rotwein ist er eine Rarität der Region.

Die Reben werden an Süd- und Südwesthängen angepflanzt, um jede der kostbaren Sonnenstunden ausnutzen zu können. Auf den Höhenlagen weht oft ein starker Wind. Im Winter und Frühjahr setzt sich der Frost in den Tallagen ab, weshalb hier keine Weinberge gepflanzt werden. Dadurch reduzieren sich die Flächen, auf denen Weinbau aktiv betrieben werden kann – und die Weine werden zu einer gefragten Rarität.

Vom „badischen Frankenland“ zu „Tauberfranken“

Durch die napoleonische Bündnispolitik ist der Bereich rund um Tauberfranken weinrechtlich drei verschiedenen Anbaugebieten zugehörig: Württemberg, Franken und Baden. Letzteres beginnt bei Bad Mergenheim bis nordostwestlich zur Mainmündung, wo das fränkische Weinviereck… äh Mainviereck anschließt. Bis 1992 trug der Bereich den offiziellen Namen „badisches Frankenland“. Den neuen Namen verdankt die Region der Tauber, die sich idyllisch durch die Landschaft schlängelt.

Böden und Klima

Obwohl die Region klimatisch gesehen eher zu den kühleren Regionen zählt, verfügt Tauberfranken über mehr Sonnenstunden als viele andere Qualitätsweinbaugebiete in Deutschland. Die Trauben am Rebstock reifen mit einem mäßig warmen Klima auf kalkreichen Böden. Die daraus entstandene Mineralität spiegeln besonders die Weißweine der Region wider. Der Muschelkalk gilt unter den Geologen als weiches Gestein. Dies macht Einschnitte und Landschaftsumformungen in Fluss- und Seitentälern möglich, daher wurden die Weinberge aufgrund der besseren Bewirtschaftung in Terrassen angelegt. Nahe der Mündung der Tauber in den Main grenzt der Muschelkalk an Buntsandstein, der im Spessart und Odenwald dominiert.

Ausnahmsweise Bocksbeutel: Besonderes in Tauberfranken

Als einzige Bereiche neben Franken und Teilen der Ortenau sind die Winzer Tauberfrankens dazu berechtigt ihren Wein in runde Bocksbeutel abzufüllen. Der runde „Bugsbeutel“ der Mönche diente einst als praktische Trinkflasche bei Wanderungen: er war diesen ein stetiger Begleiter. In den Weinorten Tauberbischofsheim, Wertheim und Bad Mergentheim der Region findet man sicher einen Bocksbeutel – und darf trotzdem aus einem Glas verkosten.

Um in Tauberbischofsheim den Reisenden heimischen Wein anbieten zu können, wurde auf dem „Edelberg“ Weinbau betrieben. 1934 erfolgte die erste Lese. Auf 8,5 Hektar sollen die sieben verschiedenen Rebsorten die Vielfalt der Winzer widerspiegeln.

Ein beliebtes Reiseziel für aktive Fahrradfahrer ist der liebliche Taubertalweg. Zu Fuß kann man sich bei einer kundigen Führung oder alleine mit Hilfe von Tafeln über die Region sowie die Weinkultur informieren.

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Badens nördlichster Bereich

Als nördlichster der neun Bereiche Badens erstreckt sich die Tauberfrankenregion über 80 Kilometer von Rothenburg bis zur Mündung der Tauber in den Main.

Der Flussverlauf der Tauber erlaubt hier nur im Ausnahmefall Südlagen am Ufer. Aus diesem Grund liegen die meisten Weinberge in Seitentälern in moderaten Höhenlagen zwischen 150-340 Metern. Die meisten davon sind auf südlicher Lage der Sonne zugeneigt. Die Landschaft der Region ist auf das erdgeschichtliche Zeitalter des Triars vor über 200 Millionen Jahren zurückzuführen: in dieser Zeit hat sich das germanische Becken abgesenkt. Durch die starken Schwankungen des Meeresspiegels hat sich der damals vorherrschende Buntsandstein angelagert. Im Laufe von Millionen von Jahren hat sich der Muschelkalk abgesetzt, sodass die Winzer heute von einer unteren, mittleren und oberen Schicht sprechen, wenn sie ihr Bodengefüge beschreiben. Die Zerteilung vor ca. 10.000 Jahren gab dem Bereich die Form, wie wir sie heute kennen: viele kleine Täler prägen die Landschaft.

Die Qualität entsteht im Weinberg

Auf 640 Hektar dominieren Müller-Thurgau und Schwarzriesling. Eine kurze Vegetationszeit sowie die frühe Reife dieser Sorten führen dazu, dass der Weinstock Jahr für Jahr im Weinberg gesunde Trauben hervorbringt. Der Schwarzriesling ist bekannt als fruchtbetonter, duftender Rotwein mit einem vollen Beerenaroma. Die moderate Würze im Geschmack trägt zu einem runden Gesamtbild bei. Die Müller-Thurgau-Weine aus Tauberfranken liefern feine, duftige Blumenaromen. Direkt angrenzend an die Weinbauregion Franken wird auch in Tauberfranken der Silvaner angepflanzt. Durch die mineralhaltigen Böden wirkt er jedoch meist leichter als im Norden Badens. Ein besonderer Schatz ist hier eine lokale, historisch eingebürgerte Rebsorte: der Tauberschwarz. Wegen dem schwachen Ertrag über Jahre hinweg war er beinahe vergessen -doch als vollfruchtiger, relativ dunkler Rotwein ist er eine Rarität der Region.

Die Reben werden an Süd- und Südwesthängen angepflanzt, um jede der kostbaren Sonnenstunden ausnutzen zu können. Auf den Höhenlagen weht oft ein starker Wind. Im Winter und Frühjahr setzt sich der Frost in den Tallagen ab, weshalb hier keine Weinberge gepflanzt werden. Dadurch reduzieren sich die Flächen, auf denen Weinbau aktiv betrieben werden kann – und die Weine werden zu einer gefragten Rarität.

Vom „badischen Frankenland“ zu „Tauberfranken“

Durch die napoleonische Bündnispolitik ist der Bereich rund um Tauberfranken weinrechtlich drei verschiedenen Anbaugebieten zugehörig: Württemberg, Franken und Baden. Letzteres beginnt bei Bad Mergenheim bis nordostwestlich zur Mainmündung, wo das fränkische Weinviereck… äh Mainviereck anschließt. Bis 1992 trug der Bereich den offiziellen Namen „badisches Frankenland“. Den neuen Namen verdankt die Region der Tauber, die sich idyllisch durch die Landschaft schlängelt.

Böden und Klima

Obwohl die Region klimatisch gesehen eher zu den kühleren Regionen zählt, verfügt Tauberfranken über mehr Sonnenstunden als viele andere Qualitätsweinbaugebiete in Deutschland. Die Trauben am Rebstock reifen mit einem mäßig warmen Klima auf kalkreichen Böden. Die daraus entstandene Mineralität spiegeln besonders die Weißweine der Region wider. Der Muschelkalk gilt unter den Geologen als weiches Gestein. Dies macht Einschnitte und Landschaftsumformungen in Fluss- und Seitentälern möglich, daher wurden die Weinberge aufgrund der besseren Bewirtschaftung in Terrassen angelegt. Nahe der Mündung der Tauber in den Main grenzt der Muschelkalk an Buntsandstein, der im Spessart und Odenwald dominiert.

Ausnahmsweise Bocksbeutel: Besonderes in Tauberfranken

Als einzige Bereiche neben Franken und Teilen der Ortenau sind die Winzer Tauberfrankens dazu berechtigt ihren Wein in runde Bocksbeutel abzufüllen. Der runde „Bugsbeutel“ der Mönche diente einst als praktische Trinkflasche bei Wanderungen: er war diesen ein stetiger Begleiter. In den Weinorten Tauberbischofsheim, Wertheim und Bad Mergentheim der Region findet man sicher einen Bocksbeutel – und darf trotzdem aus einem Glas verkosten.

Um in Tauberbischofsheim den Reisenden heimischen Wein anbieten zu können, wurde auf dem „Edelberg“ Weinbau betrieben. 1934 erfolgte die erste Lese. Auf 8,5 Hektar sollen die sieben verschiedenen Rebsorten die Vielfalt der Winzer widerspiegeln.

Ein beliebtes Reiseziel für aktive Fahrradfahrer ist der liebliche Taubertalweg. Zu Fuß kann man sich bei einer kundigen Führung oder alleine mit Hilfe von Tafeln über die Region sowie die Weinkultur informieren.